Günstiger Makroschlitten „Kiwi Fotos FC-1“ im Test

Präzises Fokussieren ist im Makrobereich unverzichtbar. Immerhin sprechen wir hier von Bruchteilen eines Millimeters, die über scharf oder unscharf entscheiden. Ein Makroschlitten kann dabei sehr hilfreich sein. Wenn dein Makroobjektiv einen langen Fokusweg hat und du keine zusätzlichen Hilfsmittel wie Zwischenringe oder einen Achromat benutzt, klappt’s mit dem Scharfstellen in der Regel auch so.

Nutzt du dagegen ein Objektiv, das nur einen „normalen“ Fokusweg hat, wird es viel schwieriger den richtigen Punkt zu treffen. Möchtest du mehrere Aufnahmen machen, um die später zu kombinieren (Stacking), kommst du um eine Makroschiene kaum drumherum.

Kaufentscheidung

Der „König“ unter den Makroschlitten wäre wohl der Castel-Cross-Q von Novoflex. Ein Schnäppchen ist der allerdings nicht, weshalb ich nach einer günstigeren Alternative gesucht habe. Wichtig war mir eigentlich nur, dass der Schlitten sich präzise verstellen lässt und, dass es ein 4-Wege-Schlitten ist. Das heißt er hat zwei Achsen und lässt sich so nicht nur vor und zurück, sondern auch nach links und rechts verstellen. Das ist beim Ausrichten der Kamera ganz hilfreich, so muss ich nicht immer am Stativ rumrütteln.

Meine Wahl fiel dann auf das Kiwi Fotos FC-1 Modell.

günstiger Makroschlitten von Kiwi Fotos
die kleineren Schrauben sollen die Friktion regeln, die großen sind zum Verstellen des Schlittens

Der Makroschlitten

Die Optik des Schlittens ist eher klein und unscheinbar. Er verfügt über zwei Schienen, wie ich das wollte, von denen sich jede über ein Rädchen verstellen lässt. Dazu kommt eine Schraube für die Friktion, wobei man die eigentlich nur auf ganz oder gar nicht einstellen kann. Eine richtige Abstufung wie schwer oder leicht sich die Achsen verstellen lassen kann ich nicht feststellen.

Dafür hält die Schraube den Schlitten auch wirklich in Position. Wenn ich die Kamera mit Objektiv nach unten neige, wandert der Schlitten sonst von alleine nach unten. Das Verstellen der Schienen an sich ist sehr angenehm. Der Widerstand beim Drehen ist gut, sodass man wirklich sehr präzise fokussieren kann. Von daher kann ich über die fehlende Friktionseinstellung hinwegsehen.

Die Position der Friktionsschrauben ist leider nicht ganz ideal. Besonders bei der oberen Schiene ist die Schraube unter dem „Ausleger“, auf dem die Kamera befestigt wird. So richtig gut kommt man da nicht ran. Auch wird die Konstruktion durch dieses Podest, auf dem die Kamera festgeschraubt wird, einen Ticken höher (im Vergleich zum Novoflex-Schlitten etwa).

Makroschlitten auf Stativ
Der Aufbau mit Getriebeneiger und Makroschlitten ist schon recht hoch.

Die Millimeterskala ist nicht aufgeklebt, sondern eingraviert – Pluspunkt.

Zur Befestigung am Stativ hat der Makroschlitten am Boden ein 1/4 Zoll Gewinde, also das gleiche Gewinde über das auch unsere Kameras verfügen. Ein Arca-Swiss Profil bringt der Schlitten nicht mit. Hier muss also zusätzlich noch eine Schnellwechselplatte ran. Wenn ich den FC-1 auf meinem Getriebeneiger nutze, ist mir das egal, da der sowieso eines der Manfrotto-Eigengewächse als Schnellkupplung nutzt. Für die Benutzung auf dem Kugelkopf, fände ich es aber ganz nett.

Die Kamera wird auf dem Makroschlitten direkt über das Stativgewinde befestigt. Müsste ich die Kamera dauernd vom Schlitten runter und wieder drauf machen, fände ich das wahrscheinlich etwas nervig und würde wohl eine Schnellkupplung dazwischen bauen, auch wenn die Konstruktion dann noch einen Ticken höher wird. Meistens lasse ich den Schlitten aber an der Kamera beziehungsweise an der Stativschelle.

Fazit

Für den Preis bekommst du einen soliden Makroschlitten. Perfekt ist er zwar nicht und man muss mit der ein oder anderen Umständlichkeit leben, aber man hat nie das Gefühl irgendwelchen klapprigen Schrott in der Hand zu haben. Wenn du also einen preiswerten Makroschlitten suchst, kann ich dir den hier nur empfehlen.

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2 Gedanken zu „Günstiger Makroschlitten „Kiwi Fotos FC-1“ im Test“

  1. Saugut!
    Deine Ideen gefallen mir. Was für Hight-Tech ist unter dem Plastik in der Garage?
    Dui probierst Sachen aus, die mit einem normalen Geldbeutel zu schaffen ist.

    Ich hatte viele Spiegel-Refelex-Fotoapparate. Derzeit Canon 700D.

    Welche Zwischenringe für die Macro-Fotografie verwendest Du?

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