Makro-Zubehör: Nahlinsen und Achromaten

Um die wirklich kleinen Dinge einigermaßen bildfüllend fotografiern zu können reicht ein Makroobjektiv mit Abbildungsmaßstab 1:1 meist nicht aus. Irgendwie müssten wir noch etwas näher rankommen.

Dafür bleiben uns zwei Möglichkeiten: Wir verringern die Gegenstandsweite oder erhöhen die Bildweite. Wenn dir diese beiden Begriffe grade nichts sagen, dann schau vorher nochmal kurz in den Beitrag zum Abbildungsmaßstab.

Nahlinsen oder Achromaten (zum Unterschied komme ich weiter unten, bis dahin verwenden wir diese Begriffe einfach mal gleichberechtigt nebeneinander) machen es möglich, Achtung Wortspiel, das Naheliegendere zu tun. Nämlich einfach näher ans Motiv heranzugehen, als die Naheinstellgrenze es uns normalerweise erlauben würde.

Im Grunde ist eine Nahlinse nichts anderes als eine Lesebrille, die vorne auf’s Objektiv geschraubt wird. Sie verkürzt den minimalen Abstand zum Motiv. Dementsprechend wird die Stärke auch in Dioptrien angegeben. Je mehr desto näher kann ich ran.

Nahlinsen sind vor allem bei längeren Brennweiten gut zu gebrauchen. Bei kürzeren ist es nicht immer sinnvoll. Irgendwann verschreckst du dein Motiv weil du zu nah dran bist oder du zerquetscht es mit der Linse.

Vorteile von Nahlinsen

Das Schöne dabei ist, dass solche Linsen auch schon für relativ kleines Geld zu bekommen sind. Dazu bleibt die Bildweite, anders als bei Zwischenringen, unverändert. Das hat zwei Vorteile: Einmal wird das Objektiv in dem Bereich, für den es konstruiert wurde, betrieben. So entstehen an dieser Stelle keine Verluste in Sachen Bildqualität. Außerdem geht uns unterwegs kein Licht verloren und, du erinnerst dich bestimmt, wir brauchen jedes bisschen Licht, das wir kriegen können.

Nachteile von Nahlinsen

Eine perfekte Lösung gibt es nicht. Sobald zusätzliches Glas oder Linsen im Spiel sind beeinflusst das die Abbildungsqualität. Es geht immer ein wenig Schärfe verloren. Da die Nahlinsen ins Filtergewinde geschraubt werden passen sie nur auf Objektive mit gleichen Gewindedurchmessern, Zwischenringe passen dagegen immer.

Unterschied Nahlinse und Achromat

Eine Nahlinse ist wirklich nur eine Linse. Die bringt dich zwar auch näher ans Motiv, es entstehen aber Farbsäume (chromatische Aberrationen). Um dem entgegenzuwirken wurden Achromaten gebaut. Die bestehen aus zwei Linsen, die diese Farbsäume größtenteils ausgleichen können.

Kaufempfehlung Nahlinse/Achromat

Meine Empfehlung wäre auf jeden Fall auf einen Achromaten zu setzen. Nahlinsen kriegst du zwar günstiger aber die Qualität geht dann auch schnell in die Binsen. Einen sehr guten Ruf genießen die Achromaten der Firma Raynox. Die sind auch nicht auf einen bestimmten Objektivdurchmesser festgelegt, sondern schnappen einfach vorne dran. Die Vorsätze gibt es in zwei Stärken, einmal den DCR-150 und den DCR-250.

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2 Gedanken zu “Makro-Zubehör: Nahlinsen und Achromaten”

  1. Sehr geehrte Frau, Sehr geehrter Herr,
    Ich besitze eine Canon Macro Lens 100mm 1:2.8 LIS (Durchmesser 67mm) Linse. Um näher ans Motiv zu kommen, denke ich daran einen Raynox oder Marumi Achromat zu kaufen. Die Firma,die mich beratet, sagt, dass ich an Abbildungsqualität verlieren werde. Was denken Sie davon ?
    Danke für die Hilfe !

    1. Sobald zusätzliches Glas oder Linsen im Spiel sind wird die Abbildungsqualität immer etwas vermindert werden. Die Raynox Achromate sind aber wirklich sehr gut. Es kommt auch immer auf das Motiv an. Wenn es eher schreckhaft ist und davon laufen/fliegen kann, bringt eine kürzere Distanz zum Motiv auch nichts.

      Ich würde es auf jeden Fall ausprobieren. Die Alternative wären Zwischenringe, hier verliert man in erster Linie Licht.

      Hoffe das hilft bei der Entscheidung.

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