Welche SD Speicherkarte ist die richtige für meine Kamera?

Weißt du worauf es wirklich ankommt, wenn du eine SD Speicherkarte für deine Kamera kaufst? Die kleinen Dinger werden immer größer, teurer, schneller und haben immer mehr Abkürzungen und irgendwelches Zeug draufstehen. Vieles davon ist absolut unwichtig.

Ich muss gestehen, dass ich auch nie groß drüber nachgedacht habe. Das soll sich jetzt aber ändern. Schauen wir mal was die ganzen Abkürzungen bedeuten und worauf es wirklich ankommt.

SD, SDHC oder SDXC – welche Größe ist die richtige?

Der Hauptunterschied ist die maximale Speichergröße. SD geht bis 2 GB, SDHC bis 32 GB und SDXC kann bis zu 2 TB groß sein. Beachten musst du nur, dass deine Kamera das jeweilige Format auch lesen kann. Aktuelle Modelle können allesamt SDXC verarbeiten. Hat deine Kamera schon ein paar Jahre auf dem Buckel, schau zur Sicherheit nochmal im Handbuch ob sie SDXC überhaupt nutzen kann.

Gleiches gilt für ältere Kartenleser. Hast du einen USB 3.0 Kartenleser im Einsatz, sollte es keine Probleme geben.

Wie viel Speicherkapazität sollte eine SD Karte haben?

Naja, es kommt mal wieder darauf an. Eigentlich kommt es sogar auf ein paar Dinge an.

Einmal natürlich auf die Auflösung deiner Kamera. Je höher die ist, desto größer sind die gespeicherten Bilddateien. Fotografierst du in Raw brauchst du auch nochmal ein Vielfaches mehr an Speicherplatz als bei JPG Bildern.

Die Vorteile von Raw sind es aber auch Wert. JPG ist für mich in der Regel keine Alternative.

Wenn du mit deiner Kamera filmst, wirst du mehr Speicherkapazität brauchen, als wenn du „nur“ Fotos machst.

Du könntest jetzt natürlich einfach die größte Karte nehmen, die du finden kannst. Damit hättest du ganz sicher ausgesorgt. Allerdings wird die recht teuer sein. Hilfreich ist es den Preis pro Gigabyte zu berechnen, also Preis geteilt durch Speicherkapazität in GB.

Je größer die Karte desto geringer sind die Kosten pro GB normalerweise. Dieser Effekt kehrt sich aber bei den ganz großen Karten wieder um, also aufpassen.

Ein weiteres Argument gegen zu große Karten: Die Ausfallsicherheit. Geht die Riesenkarte kaputt, ist auch eine riesige Menge an Daten futsch. Deshalb lieber auf mehrere Karten aufteilen.

Ich persönlich nutze immer noch SD Karten mit 8 Gigabyte für’s Fotografieren und eine 32 Gigabyte Karte zum Filmen. Für meinen nächsten Urlaub, wo ich auch mehr Videos machen will, werde ich etwas mit diesen 16 GB SD Karten aufstocken, damit ich die Bilder und Videos immer doppelt gesichert habe. Im Artikel zu Backups und Sichern von Fotos erzähle ich genauer wie ich das mache.

Auf 8 GB gehen etwa 250 bis 300 Fotos im Rawformat, was meiner Meinung nach mehr als genug ist. Wenn du natürlich Sportfotograf bist und deine Kamera immer im Serienbildmodus steht, dürften SD Karten mit nur 8 Gigabyte etwas klein sein.

Du siehst also, es kommt auch noch darauf an was und wie du so fotografierst.

Beim Filmen kann ich’s gar nicht sagen wie viel da drauf passt. Ich nehme ja in der Regel nur Tutorials in Full HD auf und hab die Karte noch nie voll bekommen. Da wären die Akkus wahrscheinlich vorher am Ende.

Wie schnell muss eine SD Speicherkarte wirklich sein?

Du kennst das bestimmt: Die Hersteller versprechen dir Karten, die tausend Gigabyte pro Sekunde abspeichern können. In der Praxis bleiben die aber immer hinter diesen Versprechen zurück.

Das liegt daran, dass die Hersteller nicht doof sind und auf ihre Karten schön groß die maximal mögliche Geschwindigkeit draufschreiben, die sie irgendwo mal, wahrscheinlich den Berg runter mit viel Rückenwind, gemessen haben.

Auf diese Angaben solltest du nichts geben, denn die helfen dir überhaupt nicht weiter. Die Werte, die uns interessieren sind etwas versteckt und deshalb bringen wir mal etwas Licht in diesen Kryptodschungel.

Geschwindigkeitsklassen bei SD Speicherkarten

SD Karten werden in verschiedene Geschwindigkeitsklassen unterteilt, die als Kombination aus einem Buchstaben und einer Zahl angegeben werden. Leider sind die alles andere als einheitlich, aber so kompliziert ist’s dann auch wieder nicht.

Die älteste Klasse ist die „Speed Class“, abgekürzt mit C und einer Zahl zwischen 2 und 10 (das C umfasst die Zahl meistens, was etwas seltsam aussieht). Die Zahl gibt hier an wie viel Megabyte die Karte pro Sekunde mindestens schreiben kann. C10 hieße also, dass die Karte 10 MB pro Sekunde auf jeden Fall schafft.

Danach kam die UHS (Ultra High Speed) Klassifizierung. Hier gibt es entweder U1 oder U3 (das U umfasst hier ebenfalls die Zahl). Um hier auf die Mindestgeschwindigkeit zu kommen, musst du an die Zahl noch eine Null hängen. U1 wären also 10 MB pro Sekunde, U3 entsprechend 30 MB pro Sekunde.

Aktuell gibt es auch immer mehr Karten mit einem V für Video Speed Class. Hier stehen die MB pro Sekunde wieder direkt als Zahl dabei. Das schnellste aktuell ist hier V90 also 90 MB pro Sekunde.

SD Speicherkarten
Links über der Angabe für die Speicherkapazität ist die vernachlässigbare Höchstgeschwindigkeit (45 MB/s) angegeben. Wichtiger sind die Werte rechts: SDHC und darunter U1 und C10. Die I (römische 1) heißt UHS-I.

Was ist eigentlich UHS-I und UHS-II?

Die Bezeichnungen haben natürlich etwas mit der gleichnamigen Klasse zu tun, gibt es aber auch auf Karten auf denen die Klasse mit C oder V angegeben ist.

Gemeint ist in diesem Fall der Standard des Übertragungswegs der Karte. UHS-II Karten haben eine zweite Reihe Kontakte und können dementsprechend natürlich viel mehr Daten pro Sekunde verarbeiten. Allerdings können aktuell die wenigsten Kameras damit etwas anfangen. Die Karten sind zwar abwärts kompatibel, ihr Potential kann aber nicht genutzt werden. Insofern also rausgeworfenes Geld (jedenfalls im Moment noch).

So schnell sollte deine SD Karte sein

Jetzt weißt du auf welche Angaben du achten musst. Aber wie schnell sollte eine Karte jetzt sein, damit die Bilder fllüssig weggespeichert werden können?

In aller Regel reicht eine Class 10 Karte (10 MB pro Sekunde) völlig aus. Bildserien in Raw und auch Full HD Videoaufnahmen speichern die Karten locker weg

Noch ein Wort zur Reihenaufnahme: Du wirst (berechtigterweise) jetzt vielleicht sagen, dass ein Raw problemlos 20 MB oder mehr haben kann und das rein rechnerisch auch mit nur drei BIldern pro Sekunde nicht aufgehen kann. Ist absolut richtig. Aber dafür hat die Kamera einen eigenen Pufferspeicher. Dort werden die Fotos „zwischengelagert“ und dann gemütlich auf die Karte geschrieben.

Machst du sehr oft, sehr lange Reihenaufnahmen, ist es natürlich sinnvoll in eine schnellere Karte zu investieren, damit der Pufferspeicher schneller wieder leer und damit bereit ist. Das wirst du dann aber selbst merken.

Möchtest du gerne in 4k oder mit 120 und mehr Bildern pro Sekunde filmen, sollte deine Karte schon U3 beziehungsweise V30 leisten.

Wenn du dir den Link zur 16 GB Karte angeschaut hast, wird dir jetzt etwas auffallen. Da steht U3 drauf. Damit ist die viel schneller als ich hier empfehle.

Ist richtig. Die Karte hat aktuell aber ein super Preis/Leistungsverhältnis. Daher kann ich die problemlos empfehlen. Die langsameren Karten kosten aktuell sogar mehr. Das kann, wenn du den Artikel liest, wieder anders sein. Aber du wießt ja jetzt worauf es ankommt.

Welcher Speicherkarten-Hersteller ist der beste?

Ganz ehrlich? Da würde ich nicht so viel drauf geben. Alle namhaften Hersteller liefern solide Speicherkarten und halten auch die Geschwindigkeitsklassen ein. Wobei die tatsächlichen Geschwindigkeiten in aller Regel über dem Minimum liegen.

Ich persönlich habe Karten von SanDisk. Das ist aber eher ein Tick von mir 😉

Du solltest aber darauf achten wo du deine SD Speicherkarten kaufst. Ungewöhnlich günstige Angebote von unbekannten Händlern sind ein ziemlich sicherer Hinweis auf Fälschungen, die natürlich nicht halten, was sie versprechen.

Wie bewahre ich SD Speicherkarten auf?

Aufbewahrung und Transport sind noch ganz wichtig. Speicherkarten sind nunmal recht dünn und können auch zerbrechen, wenn man nicht aufpasst. Aber auch einfach so rumliegen lassen würde ich sie nicht.

Du solltest unbenutzte Karten auf jeden Fall in der mitgelieferten Plastikhülle aufbewahren. So sind die Kontakte geschützt

Ich bin jetzt jemand, der meistens nur eine Ersatzkarte für den Fall der Fälle mit hat. Wenn ich mehrere Tage weg bin und dabei viel filme werden es aber auch schonmal ein paar mehr.

Für den Transport und gerade auch für die Organisation habe ich mir diese Aufbewahrungsbox gekauft. Die ist nicht nur sehr stabil und wasserdicht, sondern hat auch noch zwei weitere, nicht zu unterschätzende Vorteile:

Es gibt sie in ganz vielen Varianten. Nur SD und microSD (microSD können unter SD eingesetzt werden), nur für CF-Karten oder eine Kombination aus beidem. Der zweite Vorteil: Die Fassung für die SD Karten nicht die typische abgeschrägte Kante. So kann ich leere Karten mit der Schrift nach oben einlegen und volle entsprechend andersherum. So weiß ich immer welche Karten voll sind und welche nicht.

Trotzdem solltest du auf Reisen deine Fotos und Videos immer zusätzlich sichern. Im Artikel Fotos unterwegs sichern ohne PC oder Notebook habe ich aufgeschrieben wie ich das mache.

Fazit zu SD Speicherkarten

Wähle die Speicherkapazität für dich und deine Kamera passend. Nicht zu klein aber auch nicht zu groß, um dne Schaden im Falle eines Ausfalls etwas kleiner zu halten. Maximale Lese- und Schreibgeschwindigkeiten, die auf der Karte angegeben werden sind uninteressant. Die wirst du eh nie erreichen. Wichtig ist die Geschwindigkeitsklasse, die die Mindestgeschwindigkeit angibt.

Jetzt sollte es kein Problem mehr für dich sein die passende Karte für dich zu finden. Wenn du noch Fragen oder Ideen zu dem Thema hast, schreib sie mir gerne hier drunter in die Kommentare.

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