Graufilter – alles was du über ND Filter wissen musst

Mit Filtern kannst du beim Fotografieren jede Menge cooles Zeug anstellen. Mit digitalen Kameras und der digitalen Nachbearbeitung wurde ein ganzer Batzen davon, sozusagen über Nacht, nutzlos. Es gibt aber auch ein paar Filter, die du nicht einfach nachträglich über ein Foto drübershoppen oder instagramen kannst. Dazu gehören unter anderem Graufilter (auch Neutraldichte, kurz ND, Filter genannt).

Was ist eigentlich ein Grau- beziehungsweise ND Filter?

Graufilter kannst du dir vorstellen wie eine Sonnenbrille für deine Kamera. Im Grunde ist es „nur“ ein Stück getöntes Glas, das du vor dein Objektiv packst.

Und dann?

Ja… Gute Frage… Im Grunde passiert nichts Anderes als bei deiner Sonnenbrille.

Ein Teil des Lichts, das durch das Glas fällt, wird verschluckt oder reflektiert und gelangt nicht in dein Auge. Es wird dunkler.

Auf dem Sensor der Kamera kommt also weniger Licht an. Folglich musst du länger belichten, die Blende weiter öffnen oder die ISO erhöhen, damit dein Foto nicht zu dunkel wird.

Wofür das gut sein soll klären wir gleich. Oder hast du vielleicht schon eine Idee?

ND 0,9 Graufilter
ND 0,9 Graufilter – eigentlich eine relativ schwache Abdunklung von „nur“ drei Blenden

Wofür brauche ich ND Filter?

Hast du schonmal spät abends oder nachts versucht ein Foto zu machen?

Dann ist dir garantiert aufgefallen, dass du viel länger belichten musst, um auf dem Bild etwas erkennen zu können.

Am Abend hast du dich vermutlich noch gewundert warum die Belichtungszeiten so lang werden, obwohl du selbst noch alles wunderbar sehen kannst. Nachts wirst du bestimmt fasziniert sein, was die Kamera alles noch sehen kann, das du gar nicht mehr wahrnimmst.

Unsere Augen sind schon interessante Konstruktionen. Das aber nur am Rande.

Vor diesem Hintergrund klingt es etwas absurd die Belichtungszeiten nochmal mit Filtern künstlich in die Länge zu ziehen, oder?

Ist verständlich, aber es gibt ja auch den umgekehrten Fall. Womit wir übrigens wieder bei Dingen wären, die wir mit bloßem Auge gar nicht wahrnehmen. 😉

Hast du zum Beispiel schonmal den Wolken beim Ziehen zugeschaut? Wenn’s richtig stürmisch ist, kann man das tatsächlich sehen.

Aber auch an (scheinbar) windstillen Tagen sind die Wolken immer in Bewegung. Um das zu sehen musst du schon sehr lange, sehr genau hinschauen.

Um diese Bewegung auf einem Foto festzuhalten braucht’s dann auch eine sehr lange Belichtungszeit. Die Wolken werden dann (je nach Geschwindigkeit und Verschlusszeit) leicht verschwommen oder sogar zu komplett unscharfen Schlieren.

Langzeitbelichtung mit Graufilter
60 Sekunden Belichtungszeit am Nachmittag – dafür braucht’s schon eine ordentliche Abdunklung

Das gibt den Bilder eine tolle Dynamik bis hin zu einem leicht surrealen Touch. Ich glaube ja, Menschen sind einfach fasziniert von Dingen, die sie normalerweise so nicht wahrnehmen. In meinem Artikel zur Entstehung von Schärfentiefe hatte ich das auch mal erwähnt im Zusammenhang mit Unschärfe und Bokeh.

Es gibt natürlich noch einige Möglichkeiten mehr wo du lange Belichtungszeit kreativ nutzen kannst. Bei Wasser, egal ob am Meer, vor einem Wasserfall, einem Fluss oder Bach. Eine Langzeitbelichtung finde ich fast immer faszinierend.

Mit richtig langen Verschlusszeiten kannst du sogar ganze Plätze menschenleer werden lassen. Ich will jetzt aber nicht zu sehr ins Detail gehen.

Worauf muss ich beim Kauf eines ND Filters achten?

Wahrscheinlich hast du ja schon eine Vorstellung was du mit Graufiltern anstellen willst, wenn du das hier liest.

Jetzt gibt’s auf dem Markt natürlich einen ganzen Haufen Anbieter mit einem noch größeren Haufen an Filtern im Sortiment. Du wirst dich sicher fragen welche davon die richtigen für dich sind.

Die Antwort ist (mal wieder): Es kommt drauf an.

Deshalb gibt’s hier mal einen ausführlichen Überblick worauf es ankommt.

Stärkeangaben auf Graufiltern

ND Filter gibt es in unterschiedlichen Stärken. Manche machen nur ein kleines bisschen dunkler. Andere sind so schwarz, dass du gar nicht durchgucken kannst.

Jetzt sind sich die Filterhersteller leider noch nicht einig geworden wie sie denn die Stärke von Graufiltern angeben sollen.

Manche Hersteller geben an wie viele „Blenden“ ein Filter schluckt. „Blende“ meint hier nicht direkt das Teil im Objektiv, sondern ist als Maßeinheit zu verstehen.

Eine Blende Verlust hat immer eine Verdopplung der Belichtungszeit zur Folge. Hast du also vorher mit 1/100 Sekunde bei f/4 und ISO 100 ein korrekt belichtetes Bild bekommen, brauchst du jetzt 1/50 Sekunde bei f/4 und ISO 100, bei zwei Blenden 1/25 und so weiter.

Natürlich ist es keine Pflicht die Wirkung des Filters über die Belichtungszeit auszugleichen. Du kannst genauso gut auch die ISO höher stellen oder die Blende weiter aufmachen. Wenn du den Zusammenhang von Blende, ISO und Verschlusszeit verstanden hast, ist das sicher ein Kinderspiel.

Portrait und Peoplefotografen nutzen Graufilter beispielsweise um bei strahlendem Sonnenschein trotzdem noch mit kleinen Blendenwerten wie f/1,4 oder so fotografieren zu können.

Alles verstanden?

Gut.

Stärkeangaben auf Graufilter
B+W geht auf Nummer sicher und schreibt alles drauf

Das war leider die einfachste, mögliche Angabe auf Graufiltern.

Andere Hersteller schreiben die Neutraldichte (ND) auf die Filter. Da steht dann zum Beispiel sowas drauf wie ND 1,8.

Danke auch… Aussagekräftig ist anders.

Zum Glück gibt’s einen einfachen Trick aus ND-Angaben schlau zu werden. 0,3 ist immer eine Blende.

In unserem Beispiel wären das also 1,8 geteilt durch 0,3 ergibt 6. ND 1,8 Filter schlucken also 6 Blenden.

Folglich musst du deine Belichtungszeit 6 Mal verdoppeln.

Und damit wären wir auch schon bei der letzten möglichen Angabe auf Graufiltern: Dem Verlängerungsfaktor.

Da steht dann sowas drauf wie ND 64x (sprich vierundsechzigfach). Du musst die Belichtungszeit, die du ohne Filter bräuchtest also mal 64 nehmen.

64x ist übrigens ein ND 1,8 Filter 😉

Denn ND 1,8 sind 6 Blenden. Das heißt sech mal verdoppeln.

Also 2 hoch 6 beziehungsweise 2x2x2x2x2x2. Ergibt 64, kannst du gerne nachrechnen 😉

Jetzt weißt du schonmal, was du mit diesen möglicherweise kryptischen Angaben anfangen sollst. Welche Stärke(n) sinnvoll sind erkläre ich weiter unten noch.

Schraub oder Steckfilter?

Graufilter, ich hab’s am Anfang erwähnt, kommen vorne auf’s Objektiv drauf.

Du fragst dich jetzt möglicherweise wie die Filter dort hinkommen und, viel wichtiger, wie sie dort bleiben.

Jetzt könnte man sie natürlich einfach davor halten. Davon würde ich aber abraten. Erstens wird auch das mit der Zeit echt anstrengend, zweitens müsstest du das Filterglas genau parallel zur Frontlinse halten.

Das wirst du nicht schaffen.

Die Allzweckwaffe eines jeden Fotografen, das Faserklebeband, ginge natürlich. Elegant ist aber anders.

Durchgesetzt haben sich zwei Varianten.

Einmal sind das die Einschub- oder Einsteckfilter. Das sind quadratische Scheiben aus Kunststoff (oft Kunstharz). Die werden in eine spezielle Haltevorrichtung gesteckt, die wiederum vorne am Objektiv befestigt wird.

Die Alternative sind Schraubfilter. Das sind runde Glasscheiben in einer Metallfassung, die vorne ins Objektiv eingeschraubt werden. Vorausgesetzt natürlich, das Objektiv hat so ein Filtergewinde.

In der Regel ist das auch der Fall. Außer bei besonders starken Weitwinkelobjektiven, bei denen die Frontlinse stark gewölbt ist.

Was ist jetzt besser?

Nun, das ist ein bisschen Geschmackssache. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Mit Einschubfiltern bist du ein wenig flexibler. Hier gibt es sogar Lösungen die Graufilter bei Ultraweitwinkeln mit gewölbter Frontlinse einzusetzen.

Dafür ist das Kunstharz optisch echtem Glas unterlegen. Auch die fehlende Fassung macht den Rand der Filterscheiben anfälliger für Beschädigungen.

Und auch auf die Gegenlichtblende wirst du verzichten müssen.

Bei den Schraubfiltern kannst du sie problemlos nutzen. Dafür gibt es hier andere Problemchen:

So bräuchtest du (theoretisch) für jedes Objektiv eigene Filter, denn die Durchmesser der Filtergewinde müssen nicht bei jeder Linse gleich sein. Wie du das umgehen kannst, klären wir gleich noch.

Ein zweiter Haken ist die Filterfassung. Gerade bei starken Weitwinkeln darf der Rand des Graufilters nicht zu hoch sein. Sonst entstehen Abschattungen in den Ecken des Bildes. Zwei oder mehr Filter zu kombinieren wird hier schwierig.

Da musst du einfach ausprobieren, ob du eine normale Fassung nutzen kannst oder eine spezielle „Slim“ Fassung brauchst. Die sind merklich niedriger, denn hier wird auf das Gewinde zum Einschrauben eines weiteren Filters verzichtet.

Langzeitbelichtung mit Graufilter am Meer
10 Sekunden belichtet bei f/16 und ISO 100

Der Filterdurchmesser

Der Durchmesser wird dich vor allem bei den Schraubfiltern beschäftigen. Denn, wie gesagt, Objektive können den gleichen den gleichen Durchmesser im Filtergewinde haben, müssen sie aber nicht.

Zum Glück haben schlaue Menschen die Reduzierringe erfunden. Mit diesen Adaptern kannst du Filter, die eigentlich zu groß für ein Objektiv sind trotzdem daran nutzen.

Die Ringe sind total simpel: Auf der einen Seite ist ein Gewinde zum Einschrauben in der Größe, die das Objektiv braucht. Gegenüber liegt die Fassung im größeren Durchmesser, wo das Filter eingeschraubt wird.

Bei Bedarf lassen sich auch mehrere Reduzierringe kombinieren bis Filter und Objektiv kompatibel sind. Der Aufbau wird dadurch zwar etwas höher, geht aber auch in der Breite über das Objektiv hinaus, sodass Randabschattungen selten ein Thema sind.

Einzig die Gegenlichtblende wirst du wahrscheinlich nicht mehr nutzen können.

Kauf also deine Filter am besten immer nach dem Objektiv mit dem größten Durchmesser. Natürlich kann’s passieren, dass du dir irgendwann eine noch breitere Linse anschaffst. Deshalb schau zur Sicherheit noch was für Gewinde die Linsen haben, mit denen du insgeheim so liebäugelst. Manchmal sind die schneller gekauft als man gucken kann 😉

Bei Einschubfiltern gibt es übrigens auch ein Maß zu beachten, nämlich die Kantenlänge.

Filter in 100mm x 100mm halte ich für die Mindestgröße, kleiner würde ich sie nicht holen. Größer brauchst du sie (wieder mal) bei den starken Ultraweitwinkeln. Da sind 100mm oft zu knapp und man sieht die Halterung im Bild.

Da sind dann 150mm angesagt. Leider sind die dann auch gleich nochmal deutlich teurer.

Optische Qualität und Vergütung

Du hast sicher schon den Spruch, dass jedes zusätzliche Stück Glas die Bildqualität beeinflusst, gehört, oder?

Ist auch nicht verkehrt. Allerdings ist das meistens das Argument dafür, die teuersten Filter zu kaufen, die es gibt.

Das ist aber nur dann sinnvoll, wenn du auch ein entsprechend hochwertiges Objektiv verwendest. Und auch dann muss es nicht der teuerste Hersteller sein (Empfehlungen gibt’s weiter unten noch).

Der Preis deiner Filter sollte in Relation zur verwendeten Optik stehen. Ganz einfach.

Ein Filter für 150 Euro auf einem Objektiv für 100 Euro ist Blödsinn. Die Verhältnisse müssen schon passen.

Eine Sache auf die du aber unbedingt achten solltest ist die Vergütung des Filterglases. Da sollte unbedingt irgendwo was von „Multicoating“ draufstehen. Also mehrfach beschichtete Filter. Das macht die Dinger nicht nur schmutzabweisend, sondern auch optisch deutlich besser.

Farbverschiebungen

Ein leidiges Thema sind Farbverschiebungen. Obwohl man meinen sollte, dass Neutraldichtefilter auch (farb)neutral sein sollten, ist das leider nicht so. Mit irgendwelchen Farbverschiebungen wirst du es immer zu tun haben.

Manche Filter erzeugen einen Rotstich, andere gehen mehr oder weniger stark ins Blaue. Violett soll’s aber auch geben.

So ein Farbstich ist, so lange er nicht zu extrem ist, nicht weiter schlimm. Lässt sich nämlich wunderbar über den Weißabgleich korrigieren. Also am besten Graufilter aufschrauben und dann den Weißabgleich setzen oder, noch besser, in Raw fotografieren und hinterher festlegen.

Masseglas oder beschichtete Filter?

Zur Fertigung von Graufiltern gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder verwendest du „farbiges“ Glas (kennst du von Wein oder Bierflaschen) oder du verpasst dem Filterglas eine neutralgraue Beschichtung.

Hat natürlich beides wieder Vor- und Nachteile. Was sonst…

Bei Masseglas ist, ab einer gewissen Stärke einfach Schluss, denn um höhere Abdunklungen realisieren zu können, müssten die Filter immer dicker werden und das wäre ziemlich teuer (und unhandlich).

Ein weiteres Problem tritt bei starken Weitwinkeln auf. Das Licht, das schräg, also von der Seite, durch das Fitlerglas fällt, hat einen längeren Weg (weil es diagonal wandert) als Licht, das frontal einfällt. Licht von der Seite wird also stärker abgedunkelt, wodurch Vignettierungen entstehen.

Graufilter aus Masseglas

Beschichtete Filter haben das Problem nicht. Hier ist die abdunkelnde Schicht so dünn, dass es nicht ins Gewicht fällt.

Leider haben diese Beschichtungen die Eigenart je nach Winkel in unterschiedlichen Farben zu reflektieren (daran erkennst du sie auch). Dadurch entstehen zwar keine Abschattungen, dafür aber Farbverschiebungen, die nur in Teilen des Bildes auftreten und deshalb nicht so leicht zu korrigeren sind.

Aus der Praxis kann ich sagen (meine Graufilter sind alle beschichtet): Ich habe das noch nicht bemerkt. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass weniger hochwertige Modelle hier durchaus ihre Probleme mit haben können. Irgendwo muss das Geld ja eingespart werden.

Welche Stärken sind bei Graufiltern sinnvoll?

Wenn du schon weißt um wie viele Blenden du dein Bild abdunkeln willst, kannst du den Teil hier überspringen. Die Infos, die du dafür brauchst, hast du ja schon.

Leider ist das selten der Fall. Geht mir auch nicht anders. Für den Anfang hat sich eine Kombination aus drei Filtern ganz gut bewährt: Ein ND 0,9 (3 Blenden, 8x), ein ND 1,8 (6 Blenden, 64x) und ein ND 3,0 (10 Blenden, 1000x). Damit bist du sehr flexibel.

Vielleicht sagst du jetzt, dass gleich drei Filter doch viel Geld sind.

Kann ich verstehen.

Dann würde ich, wenn du tagsüber am Meer fotografieren willst den ND 3,0 nehmen. Wenn du eher am Abend oder an Bächen und Flüssen fotografierst zum ND 1,8 tendieren.

Eine klare Empfehlung kann ich dir leider nicht geben. Da musst du  ausprobieren.

Ich bin einige Jahre mit der Kombi aus  ND 3,0 und einem Polfilter, das gut eine Blende schluckt, ganz gut klargekommen.

kein Graufilter nötig
0,8 Sekunden belichtet bei f/8 und ISO 100 – hier reichte die Abdunklung des Polfilter völlig aus

Variable Graufilter

Variable Graufilter bestehen aus zwei aufeinander befestigten Polfiltern, die gegeneinander verdreht werden und so für eine variable Verdunklung sorgen. Bei meinem Fader ND von Light Craft Workshop liegt das Spektrum etwa zwischen zwei und neun Blendestufen und ist abhängig von der verwendeten Kamera – Objektiv – Kombination.

Der Vorteil eines solchen Filters liegt natürlich in seiner Flexibilität. Allerdings braucht es unter Umstäden erstmal ein paar Testaufnahmen bis das Filter so eingestellt ist, dass die Kamera das gewünschte Ergebnis liefert.

Da es sich im Grunde um zwei Polfilter handelt, tritt natürlich auch der Polarisierungseffekt in gewisser Weise auf, der sich allerdings kaum bis gar nicht steuern lässt, da der Filter dafür natürlich ebenfalls gedreht werden muss.

Ebenso kannst du in den allermeisten Fällen die Gegenlichtblende nicht mehr benutzen, da das Filter so konstruiert ist, dass es über den Durchmesser des Filtergewindes hinausragt um Vignettierungen am Bildrand vorzubeugen.

Der Fader ND hat an der Seite Markierungen für die minimale und maximale Verdunklung, dazwischen in gleichmäßigen Abständen zusätzlich Punkte und Striche. Diese dienen allerdings nur als Anhaltspunkte um eine gewisse Reproduzierbarkeit zu gewährleisten und markieren keine ganzen oder halben Blendenstufen.

Eine weitere Besonderheit ist, wenn wir uns in Richtung Maximum und darüber hinaus bewegen, entsteht, wieder abhängig von der verwendeten Kamera und dem Objektiv, ein dunkles Kreuz auf dem Bild. In aller Regel wirst du das nicht haben wollen und musst wieder etwas zurückdrehen.

Ab einer gewissen Verdunklung wird an deiner Kamera sehr wahrscheinlich der Autofokus nicht mehr funktionieren und die Belichtungsmessung ebenfalls nicht mehr korrekt arbeiten, was natürlich auch bei „normalen“ Graufiltern ab einer gewissen Stärke passiert.

Fader ND mit variabler Stärke

Insgesamt sind variable Filter natürlich eine verlockende Alternative. Ich muss aber eine Warnung rausschicken:

Polfilter sind in der Fertigung schon etwas knifflig. Kurz gesagt wird da eine Polarisationsfolie zwischen zwei Glasscheiben verklebt. Das ist keine ganz triviale Sache und erfordert einfach technisches Know-How.

Wenn da irgendwo Fehler unterlaufen, die Folie an der ein oder anderen Stelle nicht so perfekt sitzt, dann ist das vielleicht noch ok. Verbaust du jetzt zwei Polfiter aufeinander dann multiplizieren sich diese Abweichungen noch.

Bei solchen variablen Graufiltern also wirklich Qualität kaufen und auch damit rechnen, dass die etwas eigener sind als „normale“ Graufilter.

Ich nutze den Fader hauptsächlich für’s Filmen. Einerseits bin ich da nicht so anspruchsvoll wie bei meinen Fotos, was die Qualität angeht. Andererseits verzeiht eine Full-HD Auflösung deutlich mehr als ein Foto mit 20 oder mehr Megapixeln.

Empfehlungen für ND Filter

Jetzt hab ich dir viel über Filter erzählt. Also Zeit zur Sache zu kommen.

Eins vorweg: Ich habe keinen Filtertest oder sowas gemacht. Ein Testlabor bin ich schon gar nicht. Die Empfehlungen sind rein subjektiv und basieren auf meinen eigenen Erfahrungen oder Recherchen (steht dann dabei).

Für den kleinen Geldbeutel sicher interessant sind die Filter von Haida. Da gibt es ein Set mit drei Filtern, bei anderen Herstellern kriegst du dafür nur ein Filter. Ich habe die Graufilter selbst noch nicht benutzt und stütze mich hier auf diverse Empfehlungen anderer Fotografen. Allerdings habe ich einen Polfilter von Haida, der im Gegenlicht eindeutig schlechter abschneidet als mein Polfilter von B+W. Ob das auch für Graufilter gilt, kann ich natürlich nicht sagen.

Mit den Phorex by #Javorkyj Schraubfiltern hatte ich auch mal geliebäugelt, immerhin ein guter Preis. Bin aber wieder davon abgekommen nachdem ich sie im direkten Vergleich mit anderen Filtern gesehen hatte. Da war mir die Abdunklung am Rand dann doch zu stark. Wenn du dir selbst ein Bild machen willst, findet du im Artikel von Dennis Seibert die Bilder zum Vergleichen.

So bin ich dann auch bei Formatt Hitech gelandet, die meiner Meinung nach sehr gute Filter herstellen (hier habe ich den Firecrest Ultra ND 0,9 und ND 1,8 im Einsatz). Die Firecrest Ultra gibt’s aktuell scheinbar nur direkt bei Formatt Hitech zu kaufen (Versand aus UK). Lief aber problemlos, Großbritannien gehört ja noch zur EU. Übrigens hab ich auf der Seite von Kieran Hayes auch einen Rabattcode gefunden. Schau mal rein, ob er immer noch einen hat, wenn du direkt bei Formatt Hitech bestellen willst.

Die Vorgänger Firecrest ohne Ultra findest du auch (noch) bei Amazon. Preislich liegen die sogar etwas unterhalb von B+W, die ich auch empfehlen kann (hier nutze ich den ND 3,0).

Ich hoffe, ich konnte hier alle deine Fragen zu Graufiltern beantworten. Falls nicht, schreib mir gerne einen Kommentar unter den Artikel. Dann gibt’s auch auf die offenen Fragen eine Antwort 😉

* Affiliate-Link

2 Gedanken zu “Graufilter – alles was du über ND Filter wissen musst”

  1. Mal wieder ein sehr informativer und lustig geschriebener Artikel. Macht immer wieder Spass sich so zu informieren. Ich habe übrigens einen Jaworski Filtersatz geschenkt bekommen, aber leider noch keine Erfahrungen sammeln können. Aber das schöne Wetter kommt ja erst und da werde ich sicher etwas probieren. Macht dann sicherlich mehr Spass als bei Nässe und Kälte zu probieren. Gruß aus Hamburg.

    1. Hi Claus,
      danke dir für die lobenden Worte, hat mich, wie immer, sehr gefreut. Und natürlich würde mich deine Meinung zu den javorskyj Filtern brennend interessieren. Vielleicht lässt du uns ja teilhaben, wenn du die Teile mal testen konntest.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.