Einreise in die USA auf dem Landweg

Da wir für unseren Kanadaurlaub in Montreal landen würden und nach New Brunswick an die Ostküste wollten, bot es sich an ein Stück der Strecke durch die USA zu fahren. Der Bundesstaat Maine trennt die Provinzen Quebec und New Brunswick größtenteils voneinander. Wir hätten also einen ordentlichen Umweg fahren müssen.

Nun sind die US-Amerikaner, wie man so hört, bei der Einreise etwas spezieller. Manch einer würde sicher paranoid sagen, zumindest an den Flughäfen erlebt man da sicher einiges. Meine Hoffnung war, dass das bei einem Grenzübertritt auf dem Landweg etwas entspannter zugehen würde. Um da einmal vorzugreifen, das war es auch.

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Wir mussten zwar ein ganzes Weilchen dort rumstehen bis die Formalitäten erledigt waren, das hatte aber mit dem Prozedere an sich nichts zu tun. Während der Chef der vier Beamten gerade einem Kanadier, der in den USA arbeiten wollte, vorrechnete („Let’s do that good math here“) zu wie viel Prozent welcher seiner Vorfahren amerikanischer Ureinwohner sein musste, damit er die Arbeitserlaubnis bekommen könne (insgesamt musste er auf 50% kommen), telefonierte der andere Kollege gerade. Einer saß nach wie vor vorne am Fenster und fragte die Leute woher sie kamen und wohin sie wollten („Where u goin‘?“). Nummer vier war, wie sich später herausstellte, ziemlich neu in dem Laden und hatte keine Ahnung.

Hier Hektik zu verbreiten erschien uns irgendwie keine gute Idee, also warteten wir bis der Telefonierer fertig war und seinem Azubi dann in Ruhe zeigen konnte, wie das mit der Einreise so funktionierte, wenn zwei Deutsche da standen, die noch nie in den USA waren.

Neben den üblichen Fragen, wie dem Waffenbestand an Bord des Mietwagens oder favorisierten Rauschmitteln, die wir schon aus Kanada kannten, wollen die US-Behörden auch sämtliche Fingerabdrücke und machen ein Foto von euch.

Reisepass, Visum und ESTA für die USA

Für euer Ausweisdokument gilt im Grunde das Gleiche, wie auch für Kanada, die USA akzeptieren allerdings keinen vorläufigen Reisepass, mehr Informationen zum Reisepass findet ihr in meinem Beitrag zur Einreise in Kanada. Ebenfalls ähnlich zu Kanada, braucht ihr für die USA nicht zwingend ein Visum, wohl aber eine online Einreisegenehmigung, die, ähnlich dem kanadischen eTA-Verfahren, ESTA genannt wird. Wer da bei wem abgeschrieben hat, weiß ich nicht.

Das lässt sich bequem auf der Seite der Homeland Security erledigen. Der Schein kostet euch 14 US-Dollar und ist somit teurer als eTA. Wenn ihr nicht über den Link hier im Text zum ESTA-Antrag geht, achtet beim Suchen darauf, dass ihr über die richtige Seite geht, es gibt, so hat mir das zumindest mein Sitznachbar im Flugzeug erzählt, wohl auch einige Seiten, deren Betreiber das Prozedere zwar für euch erledigen, dafür bezahlt ihr dann aber auch schnell mal das vier- bis fünffache.

Wenn ihr das erste Mal in den USA seid, braucht ihr noch ein weiteres Formular, das noch einmal mit 6 Dollar zu Buche schlägt. Das haben wir allerdings nicht online erledigt, sondern an der Grenze direkt. Ihr bekommt dann einen kleinen Zettel in den Pass geheftet, den ihr bei der Ausreise an der Grenze wieder abgeben müsst, da die US-Behörden ansonsten davon ausgehen, dass ihr immer noch im Land seid. Laut den Grenzbeamten kann man das Ding sowohl auf der US-Seite abgeben, als auch bei den Kanadiern, da auf der Rückseite steht, was mit dem Schein zu tun sei.

Ich würde da allerdings auf Nummer sicher gehen und am Grenzübergang erst einmal bei den Amerikanern reinschauen und das Teil abgeben. Der Kollege dort kam dann mit raus und hat noch geschaut, dass wir auch ja in die richtige Richtung fahren und uns dann an der Straße unsere Pässe wiedergegeben.

Die Wiedereinreise nach Kanada war dann auch unkomplizierter, wir mussten nur versichern, dass wir keine Waffen, Drogen oder Alkohol in den USA gekauft hatten. Socken darf man übrigens ohne wenn und aber mitbringen. 😉

Grenzübertritt USA – Kanada mit Mietwagen

Den Behörden ist es grundsätzlich erst einmal egal ob ihr mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß über die Grenze wollt, egal in welche Richtung. Ihr solltet allerdings abklären ob das vom Vermieter aus erlaubt ist. Bei den Mietfahrzeugen beziehungsweise den Anbietern, die wir uns angesehen hatten waren Grenzübertritte in die USA kein Problem, nur nach Mexiko hätten wir nicht fahren dürfen, wäre aber ohnehin etwas weit gewesen.

Auf der Kanada-Themenseite findet ihr noch mehr hilfreiche Tipps und eine Liste lohnenswerter Reiseziele.

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2 Gedanken zu „Einreise in die USA auf dem Landweg“

  1. Hallo,
    gute Beschreibung, Danke. Bei einer Einreise in die USA auf dem Landweg braucht man als Deutscher meines Wissens zur Zeit (01/2017) noch kein ESTA.
    Gruß
    Max

    1. Hi Max,
      freut mich, dass dir die Beschreibung geholfen hat. Ob man es zwingend braucht kann ich gerade gar nicht mehr sagen, wir wurden an der Grenze auf jeden Fall explizit danach gefragt ob wir ESTA hätten. Ich würde sagen, dass es die Formalitäten auf jeden Fall vereinfacht, wenn das im Vorfeld erledigt ist.

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