Welches Stativ eignet sich am besten für Makro-Fotografie?

Um ein Stativ kommst du in der Makrofotografie leider irgendwann nicht mehr drumherum. Es ist zwar möglich aus der Hand zu fotografieren aber früher oder später wirst du an deine oder besser gesagt an die Grenzen der Physik stoßen.

Warum ein Stativ für Makroaufnahmen?

Je näher du rangehst, desto kleiner wird der Schärfebereich. Da hilft nur abblenden, wodurch die Belichtungszeiten immer länger werden. Da hilft auch der beste Bildstabilisator nix mehr.

Klar kannst du durch Abstützen, die richtige Atemtechnik noch ein paar Sekundenbruchteile rausholen aber irgendwann ist Feierabend. Dann musst du dich entscheiden, ob du ein scharfes Bild willst oder lieber aus der Hand fotografierst.

Die Antwort dürfte nicht schwer fallen.

Natürlich kann man jetzt sagen, wenn sich das Motiv sowieso bewegt, bringt doch ein Stativ auch nix. Das ist auch nicht völlig verkehrt, aber je näher wir an einen Abbildungsmaßstab von 1:1 kommen, desto empfindlicher wird die ganze Geschichte was Bewegung angeht. Dazu ist es dann auch unmöglich das Motiv im Fokus zu halten.

Du musst abwägen, eine Biene oder eine hyperaktive Ameise verlangt einfach nach einer kurzen Belichtungszeit. Aber ein Käfer, der gemütlich auf einem Grashalm rumkrabbelt? Da ist eine stabile Kameraposition sinnvoll.

Welche Eigenschaften muss das Stativ mitbringen?

Wenn du dir ein Stativ speziell für Makrofotos zulegen willst, würde ich empfehlen eins ohne Mittelsäule zu nehmen.

Wieso?

Weil du ohne Mittelsäule viel tiefer kommst damit. Bei meinem Stativ ist die Säule optional und ich kann sie bei Bedarf einbauen oder entfernen. Eine Ausnahme sind die Manfrotto-Stative mit umlegbarer Mittelsäule. Die bekanntesten sind hier das MT190XPRO4 und das MT055XPRO3.

Hier kannst du die Säule quer legen, sodass sie nicht mehr nach unten im Weg steht. Das ist durchaus eine gute Alternative, die dich sehr flexibel macht, auch wenn die Konstruktion natürlich ein wenig Stabilität kostet. Ob du das am Ende in der Praxis wirklich bemerkst, kann ich aber nicht sagen. Das Manfrotto hatte ich für Makro nie im Einsatz.

Das Stativ braucht auch nicht allzu hoch sein. Ich habe mich für mein Stativ unter anderem deswegen entschieden, weil es sich so weit ausfahren lässt, dass ich aufrecht dahinter stehen kann. Bei Landschaftsaufnahmen ist das ganz angenehm nicht immer so buckelig dahinter zu stehen. In der Makrofotografie brauchst du diese Höhe aber nicht. Hier wirst du mehr Zeit kniend oder liegend verbringen.

Natürlich gelten auch die „üblichen Kriterien“ für Stative auch für Makrofotos.

Kleine Tisch- oder Ministative sind auch nett aber nicht als Allrounder geeignet, sondern eher als Ergänzung gedacht. Mit so einem Zwerg hast du ausgespielt, wenn du an einen Strauch oder einer Hecke fotografieren willst.

Was mir an meinem Feisol sehr entgegen kommt, ist die Möglichkeit die Stativbeine über dem Kopf zusammenzuklappen. Dadurch kann ich es komplett flach auf den Boden legen. Tiefer geht dann wirklich nicht mehr. Außer ich besorge mir noch einen kleineren Stativkopf.

Makrofotografie mit Stativ
bodennahes Arbeiten dank umklappbarer Stativbeine

Der Aufbau mit Getriebeneiger und Makroschlitten ist tatsächlich nicht gerade winzig, mit einem Kugelkopf käme ich bestimmt noch weiter runter. Andererseits möchte ich auf die Präzision beim Einstellen des Bildausschnitts, die mir der Neiger ermöglicht,  nicht verzichten.

Hier kommt es vor allem auf deine Vorlieben an.

Der Bohnensack – eine nützliche Ergänzung

Ein Bohnensack ist eine Investition, die sich auf jeden Fall lohnt, gerade für Makroaufnahmen. Wenn du Lust hast kannst du dir so ein Teil auch selbst basteln. Ich habe mich allerdings dafür entschieden einen zu kaufen. Die Körnigkeit der Füllung ist ideal um die Kamera auszurichten und das Material lässt sich gut reinigen. Immerhin liegt das Teil recht oft im Dreck. Das war mir die Sache dann durchaus wert.

Mit dem Bohnensack kommst du außerdem richtig weit nach unten. Dazu ist der Sack klein und handlich, sodass du ihn immer dabei hast, auch wenn du mal kein Stativ schleppen willst oder kannst.

Das Ausrichten der Kamera ist auch nicht so schwierig, wenn man sich mal daran gewöhnt hat. Einfach so lange zurechtdrücken und zupfen bis der Bildausschnitt passt. Gegebenenfalls falten, damit das Objektiv gerade oder etwas nach oben schaut. Klappt super.

Blitz für die Makrofotografie im Einsatz
Makroaufnahme vom Bohnensack aus im Hochformat

Mein Marienkäfer-Shooting habe ich zum Beispiel vom Bohnensack aus gemacht.

Und wenn du mal aus der Hand oder vom Stativ fotografierst eignet sich das Teil auch sehr gut zum Abstützen.

Was sind deine Erfahrungen mit Stativen allgemein und in der Makrofotografie? Erzähl mir davon in den Kommentaren.

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