Kopfsache – Was ihr über die verschiedenen Stativköpfe wissen solltet

Mit einem soliden Stativ hat man normalerweise nur die halbe Miete, denn ohne Kopf ist das Teil eher nutzlos. Den richtigen „Aufsatz“ zu finden ist nicht immer ganz einfach. Was ist der richtige Kopf für meine Art zu fotografieren? Worauf sollte ich bei der Auswahl und beim Ausprobieren achten? Um diese und mehr Fragen zu klären schauen wir uns hier mal die verschiedenen Stativkopf-Typen an.

Kugelkopf

Meinem Empfinden nach das, was am häufigsten empfohlen wird, gerade am Anfang. Ist auch verständlich, ich mache einen Verschluss auf und kann meine Kamera in alle Richtungen bewegen, ganz wie ich will. Das geht sehr schnell und geht extrem einfach. Viele Köpfe verfügen auch über einen Drehteller, sprich eine zweite Schraube über die sich der ganze Kopf drehen lässt. Außerdem bieten die Köpfe eine Friktionseinstellungen, darüber kann ich regeln wie viel Kraft aufgewendet werden muss um meine Kamera mit der Kugel auszurichten.

Feisol CB-40D Kugelkopf

Was mich am Kugelkopf stört ist die fehlende Präzision auf den letzten Metern. Wenn ich meinen Bildausschnitt nämlich etwas korrigieren möchte, muss ich meine Kamera in alle Bewegungsrichtung wieder freigeben und neu ausrichten. Das kann schnell man in ein ordentliches Hin und Her ausarten bis alles passt.

3-Wege-Neiger

Wie der Name schon sagt kann ich diesen Kopf in drei Richtungen bewegen, wodurch er, je nach Bauart, einen ähnlich großen Bereich abdeckt wie ein Kugelkopf. Mit dem Unterschied, dass ich hier jede Richtung separat bewegen und feststellen kann.  Dadurch lässt sich schon deutlich präziser arbeiten als mit einem Kugelkopf.

Da ich hier natürlich drei Hebel einstellen muss brauche ich zum Einstellen logischerweise etwas länger. Verglichen mit einem Kugelkopf sind die 3-Wege-Neiger logischerweise auch größer. Hier könnt ihr euch mal ein Beispiel anschauen.

Getriebeneiger

Im Grunde ein 3-Wegeneiger allerdings wird hier nicht einfach nur eine Bewegungsrichtung entriegelt und dann ausgerichtet. Beim Getriebeneiger habe ich für jede Richtung einen Drehknopf, an dem ich so lange kurbele bis mein Bildausschnitt stimmt. Um schnell große Wege zurückzulegen lässt sich jede Bewegungsrichtung einzeln entriegeln und grob in die gewünschte Position bringen. Einen ausführlichen Test zum hier gezeigten Neiger habe ich vor einiger Zeit bereits veröffentlicht.

manfrotto-410-getriebeneiger-2

Hier habe ich maximale Kontrolle und Präzision. Zusätzlich wird das Arbeiten stark entschleunigt, was man als Vor- oder Nachteil ansehen kann.

Sonderformen

Es gibt natürlich noch jede Menge exotische Varianten von Stativköpfen, einige davon möchte ich hier, zumindest kurz, einmal erwähnen. Eine vollständige Liste ist das aber sicher nicht.

Joystick

Im Grunde ein Kugelkopf mit einem zusätzlichen Handgriff. Der Kopf wird über einen Schalter am Griff entriegelt und kann so schnell und intuitiv bewegt werden. Wenn schnelle Reaktionen gefordert sind sehr nützlich. Hier mal ein Beispiel von Manfrotto.

Videokopf

Wie der Name schon sagt für Videoaufnahmen gedacht, genauer gesagt für gleichmäßige Schwenks. Wenn sich eure  Kamera nicht bewegt ist es egal was darunter sitzt. Nur für Viel-Filmer zu empfehlen. Wenn ihr nur gelegentlich filmt lasst das Schwenken lieber ganz sein, denn man übertreibt es damit sehr schnell. Auf dem Bild ist der Kopf fest mit dem Rest des Stativs verbaut, es gibt aber auch lose Köpfe.

Fluid-Neiger des Bilora Video Stativs

Panoramakopf

Oft auch als Nodalpunktadapter bezeichnet, nicht zu verwechseln mit Panorama-Drehtellern oder Änlichem, denn die können sich nur um 360° drehen.  Mit diesem Kopf positioniert ihr eure Kamera so, dass sie sich um das Zentrum der Eintrittspupille des Objektivs dreht. Klingt komisch, ist aber so.

Panoramakopf oder Nodalpunktadapter

Vereinfacht gesagt verhindert ihr damit, dass beim Drehen des Stativkopfes das passiert, was ihr seht, wenn ihr ein Auge zumacht, einen Finger vor euch haltet und dann das offene Auge schließt und das geschlossene öffnet. Euer Finger springt scheinbar hin und her. Ohne richtig eingestellten Panoramakopf passiert euch das nämlich beim Aufnehmen der Einzelbilder für euer Panorama auch und damit kommt die Software, die das Ganze dann stitchen (zusammenbauen) soll, gar nicht klar.

Für Panoramaköpfe gibt es einige Bastelanleitungen im Netz. Wenn ihr also nur mal etwas rumprobieren wollt versucht es erstmal mit sowas. Bei gwegner.de gibt es zum Beispiel eine gute Anleitung. Der hier abgebildete Kopf ist übrigens der Roundabout-NP.

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