Wann benutze ich welche Einstellung meiner Kamera?

DSLR Kameras kommen mit einer Vielzahl Einstellungen oder Programmen daher, was einen anfangs durchaus etwas überfordern kann. In der Anleitung wird zwar erklärt, was welches Programm tut aber nicht, wann es sinnvoll sein kann, welches Programm zu wählen.

Die ganzen Vollautomatiken, wie Sport, Landschaft, Portrait und so weiter sind in der Regel noch selbsterklärend. Deshalb beschäftigen wir uns hier mal mit den Halbautomatiken und den manuellen Programmen.

Zeitautomatik oder Blendenvorwahl (A oder Av)

Wie der Name schon sagt wird hier die Blende manuell eingestellt und die Zeit von der Kamera ermittelt. Das ist immer dann sinnvoll, wenn ich volle Kontrolle über meinen Schärfebereich brauche. Will ich beispielsweise ein Portrait fotografieren, versucht man meistens zwar die Person scharf abzubilden, den Hintergrund, eventuell auch Teile des Gesichts, aber in Unschärfe verschwimmen zu lassen. Die Belichtungszeit spielt hier nur eine untergeordnete Rolle, zu lang darf sie natürlich nicht werden, damit das Bild nicht verwackelt.

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1/30 Sekunde bei f/16 und ISO 100

Bei Landschaftsaufnahmen wählt man meist eine kleine Blende um das gesamte Motiv scharf abzubilden, hier eignet sich die Blendenvorwahl ebenfalls gut. Auch wenn ihr kein Stativ benutzt habt ihr bei der Belichtungszeit viel Spielraum, da ihr wahrscheinlich ein Weitwinkelobjektiv benutzt.

Ein weiterer Fall, bei dem ich gerne die Blendenvorwahl benutze ist bei actionreichen Aufnahmen, bei denen ich die Bewegung möglichst einfrieren möchte. Klingt erstmal komisch, denn eigentlich kommt es mir ja auf die Verschlusszeit an.

Der Punkt ist, ich wähle einfach die kleinste Blende, die mir noch einen ausreichend großen Schärfebereich liefert und/oder bei der die Abbildungsleistung gut genug ist. Folglich stellt die Kamera immer die kürzest mögliche Zeit ein, bei der ich noch ein korrekt belichtetes Foto bekomme.

Blendenautomatik oder Zeitvorwahl (T oder Tv)

Dementsprechend das Gegenteil zur Blendenvorwahl, hier stelle ich eien feste Zeit ein und die Kamera sucht mir die passende Blende raus. Ehrlich gesagt benutze ich dieses Programm so gut wie gar nicht.

Sinnvoll ist es für mich vor allem, wenn ich eine Bewegung nicht völlig einfrieren, sondern etwas Bewegungsunschärfe im Bild haben möchte. Hier muss ich natürlich vorher erstmal ein wenig ausprobieren, welche Verschlusszeit mir das gewünschte Ergebnis liefert.

Bei Actionaufnahmen kann das sehr nützlich sein, wenn ihr zum Beispiel einen „Mitzieher“ machen wollt, das heißt euer Motiv verfolgt und dadurch scharf abbildet während der Hintergrund in Richtung der Bewegung veschwimmt. Diese Technik ist zugegeben nicht ganz einfach und erfordert etwas Übung.

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6 Sekunden bei f/4 und ISO 100 mit Graufilter 1000x

Aber auch bei einer längeren Belichtung, um beispielsweise Wasser verschwimmen zu lassen, ist diese Einstellung recht hilfreich.

Bulb (B)

Im Grunde handelt es sich hierbei um einen komplett manuellen Modus. Bulb ist sogar noch etwas manueller als M. Im Bulb-Modus belichtet die Kamera nämlich so lange, wie ihr den Auslöser gedrückt haltet. Das ist immer dann nützlich, wenn man länger als 30 Sekunden belichten möchte, denn das ist normalerweise der maximale Wert, den die Kamera einstellen lässt.

Hilfreich ist das beispielsweise, wenn man eine Wasseroberfläche richtig glatt bekommen oder sich bewegende Menschen aus dem Bild entfernen will. Auch in der Astro-Fotografie wird durchaus mal länger belichtet. Allerdings sind das alles sehr spezielle Anwendungsgebiete, die ich hier jetzt nicht alle im Detail erklären kann, das würde den Rahmen etwas sprengen.

Sonderfall ISO Automatik

Bedenkt bei allen manuellen und halbautomatischen Programm, dass die Empfindlichkeit des Sensors in der Regel extra geregelt wird. Das heißt ihr könnt hier immer einen fixen ISO-Wert einstellen oder die Empfindlichkeit auf automatisch setzen. Diese Einstellung ist aber von den Automatiken unabhängig.

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