Sigma 35mm f/1,4 Art Test

Der „jüngste“ Neuzugang in meinem Foto-Koffer ist das 35mm f/1,4 Art Objektiv von Sigma. Wobei das auch schon eine Weile einen Platz darin hat, aber bevor ich über etwas schreibe will ich das auch mal vernünftig getestet und benutzt haben. Genutzt habe ich es fast ausschließlich an der Canon EOS 6D, meine Erfahrungen beziehen sich daher auf eben diese Kombination.

Als ich mich dem Fotografieren anfing konnten mich die Sigma Objektive nicht wirklich hinter dem Ofen hervorlocken. Zu schlecht war der Ruf, immer wieder stieß man auf Berichte von dejustierten Linsen, Frontfokus, Backfokus, Abbildungsqualität so lala. Mit Start der Global Vision Reihe bestehend aus Art-, Contemporary- und Sport-Objektiven hat sich das grundlegend geändert.

Deshalb fiel der „Entscheidungsfindungsprozess“ dieses Mal auch aus, denn ich wollte mich selbst von den neuen Sigma Objektiven überzeugen und da ich sowieso mit einer 35mm Brennweite liebäugelte kam das 35mm f/1,4 Art mir da gerade recht.

Haptik

Zu meiner großen Freude hat sich Sigma von der „Pelz-Beschichtung“, die bisher die „Prime“-Linsen, gekennzeichnet durch den EX Zusatz, hatten verabschiedet. Die glatte Metallhülle mit den feinen Riffelungen finde ich da viel besser, kommt richtig edel rüber, gefällt mir richtig gut. Auf so glatten Flächen sieht man halt jeden Fingerabdruck, aber halb so wild.

Das Objektiv ist erstaunlich groß und schwer, was einen durchaus wertigen Eindruck hinterlässt, obwohl ich natürlich für jedes Gramm, das ich nicht tragen muss dankbar bin. Man kann wohl nicht alles haben.

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Die Gegenlichtblende ist aus Plastik, anders als bei Canon ist sie auf der Innenseite geriffelt und nicht mit Filz ausgekleidet. Mein Gefühl sagt mir, dass Filz besser Streulicht schluckt, negativ bemerkbar gemacht, hat sich das allerdings bisher nicht.

Trotz des minimalistischen Designs wurde nicht auf meine geliebten Markierungen zum Ansetzen der Gegenlichtblende verzichtet, es gibt sogar Angaben für die Drehrichtung zum An- und Absetzen, die sich trotzdem nahtlos ins Designkonzept fügen. Ein großes Lob an die Produktdesigner.

Die Riffelungen an der Seite für mehr Grip beim Drehen brauche ich nicht, da die Gegenlichtblende tulpenförmig ist lege ich einfach meine Hand in die Vertiefung und bringe das Teil an.

Zubehör

Der Vollständigkeit wegen sei gesagt, dass das Sigma 35mm f/1,4 Art mit einer Aufbewahrungstasche geliefert wird. Nicht so ein Säckchen, wie es zu vielen Canon Objektiven gibt, sondern ein gepolstertes Behältnis.

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Ich persönlich weiß nie so genau, was ich mit diesen Dingern anfangen soll, das Objektiv jedesmal da raus zu holen ist mir zu umständlich und mein Foto-Koffer ist robust und gepolstert genug, dass es keinen zusätzlichen Schutz braucht.

Manueller Fokus

Was das manuelle Fokussieren angeht sind die verschiedenen Versionen der 70-200mm Telezoom-Objektive, egal ob f/4 oder f/2,8 für mich immer noch unerreicht. Diesen geschmeidigen, angenehmen Widerstand hat Sigma auch nicht geschafft, aber schlecht ist der Fokus deshalb nicht. Ich hatte das Objektiv mal einem Freund zum Filmen geliehen und der war vom manuellen Fokus sehr begeistert.

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Autofokus

Die Grenzen des Autofokus habe ich bisher nicht erreicht, eine 35mm Brennweite ist natürlich nicht gerade das typische Action-Objektiv und ich habe damit bisher auch viel vom Stativ fotografiert. Daher nur so viel zum Autofokus: Mir war er bisher weder zu langsam, noch zu laut, noch sonst irgendwie negativ aufgefallen. Diejenigen, die das Objektiv für die Reportage-Fotografie einsetzen wollen, sollten den AF vorher einfach mal testen, ob sie damit klar kommen. Davon würde ich allerdings ausgehen, immerhin ist hier auch ein Ultraschallmotor verbaut worden.

Abbildungsleistung

In diesem Punkt kann ich die ganzen Schwärmereien, die ich bisher zum Sigma 35mm f/1,4 Art gelesen habe nur bestätigen. Das Objektiv bildet verdammt scharf ab.

Die Unschärfe oder das Bokeh verläuft angenehm gleichmäßig, lediglich am Rand wird es ein klein wenig unruhiger, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Die Blende f/1,4 macht wirklich viel Spass, gerade das Spiel mit der Unschärfe im weitwinkligeren Bereich ist ziemlich cool, das hatte ich so noch nicht. Der größere Bildwinkel ist aber auch eine gewisse Herausforderung, eine 50mm Brennweite empfinde ich als „einfacher“, das ist aber reine Gewöhnungssache.

Abbildungsfehler sucht man beinah vergebens. Mein Beispielbild hier drunter ist zwar schon bearbeitet aber trotz Gegenlicht hatte ich keine Blendenflecke, Flares, Farbsäume oder sonst etwas im Bild, die man mühsam hätte entfernen müssen.

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Zusammenfassung

Das Sigma 35mm f/1,4 Art ist ein tolles Objektiv mit einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis, es ist nicht die günstigste 35mm Festbrennweite auf dem Markt aber definitv den Preis wert. Die enorme Lichtstärke bietet viel Spielraum für kreativen Einsatz, die Verarbeitung ist sehr solide und die Bildqualität über jeden Zweifel erhaben. Da Preise immer etwas schwanken habe ich hier extra keinen genannt, einen aktuellen Wert findet ihr aber schnell bei Amazon, dort habe ich mein Exemplar übrigens auch gekauft.

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