Canon EF 40mm f/2,8 STM Pancake Test

Manchmal habe ich einfach keine Lust einen Haufen Foto-Ausrüstung durch die Gegend zu tragen, insbesondere dann, wenn ich nicht primär zum Fotografieren unterwegs bin. Manchmal will man auch einfach nicht mit der „großen Profikamera“ auffallen. Für solche Einsatzzwecke habe ich mir das Canon EF 40mm f/2,8 STM angeschafft. Damit wirken auch große DSLRs erstmal wieder deutlich kleiner. Außerdem finde ich die Brennweite von 40mm sehr angenehm um nebenbei ein paar Fotos zu schießen.

Mit einer Blende von f/2,8 liegt die Lichtstärke für eine Festbrennweite zwar schon an der oberen Grenze (Teleobjektive jenseits der 200mm mal ausgenommen), lichtschwach ist das Teil aber deshalb noch lange nicht.

Für welchen Einsatzzweck eignet sich Canons 40mm f/2,8 Pancake?

Reise- & Streetfotografie

Auch wenn die Streetfotografie nicht so mein Ding ist, wird auch mir klar, dass das 40mm dafür sehr gut geeignet ist. Die „klassische“ Streetbrennweite ist eigentlich ein 35mm Objektiv. Aber 40mm gehen schon auch. Dazu ist das Pancake so unscheinbar, dass du damit deutlich weniger Aufmerksamkeit erregst, als beispielsweise mit einem 35mm Art von Sigma.

Für den Urlaub ist es bedingt geeignet. Mit 40mm Brennweite geht es schon sehr stark in Richtung Normalobjektiv. Weitläufigere Szenen können da zum Problem werden. Aber um mit leichtem Gepäck zu reisen gibt es kaum ein besseres.

People & Portrait

An einer APS-C Kamera bringt das 40mm den Bildwinkel eines leichten Teleobjektivs, also durchaus geeignet für Portraits oder, wenn etwas Platz ist, auch Ganzkörperaufnahmen. Die Blende von f/2,8 hat durchaus noch Freistellpotential. Ich mag das Bokeh und den Look des Pancakes sehr gerne.

Video

Der Schrittmotor für den Autofokus (STM) wude von Canon hauptsächlich zum Filmen entwickelt. Dadurch sind angenehm softe Fokusverlagerungen möglich und der Antrieb verursacht deutlich weniger Geräusche als ein herkömmlicher Autofokus. In Kombination mit dem Dual-Pixel-Autofokus lässt sich auch ein ganz solider Follow-Fokus bewerkstelligen. Professionelle Filmer werden die Schärfe natürlich weiter manuell ziehen, aber für den Hausgebrauch finde ich das auf jeden Fall geeignet.

Ob der STM im Ton des in der Kameraverbauten Mikros wirklich nicht zu hören ist, wage ich mal zu bezweifeln. Aber leiser ist er auf jeden Fall.

 

Canon EF 40mm f/2,8 STM Pancake von oben

Haptik

So wirklich viel anzufassen gibt es bei diesem Objektiv nicht gerade. Es ist etwas schwerer als man es vielleicht erwartet, trotzdem fällt es mit seinen etwas 130 Gramm kaum ins Gewicht. Es gibt noch einen Schalter um den Autofokus an- oder abzuschalten, das war’s.

Billig wirkt das Objektiv aber nicht. Das Bajonett ist aus Metall, also weniger empfindlich für Verschleißerscheinungen durch häufige Objektivwechsel. Auch sonst wirkt es sehr solide konstruiert.

Eine Gegenlichtblende ist nicht enthalten, wie das bei Canon für Objektive, die nicht zur L-Serie gehören üblich ist. Es gibt solche Gegenlichtblenden zum Einschrauben für das Filtergewinde, allerdings macht das, meiner Meinung nach, die Kompaktheit des Objektivs zunichte, weshalb ich hier ausnahmsweise komplett darauf verzichte.

Canon EOS 6D mit EF 40mm f/2,8 STM Pancake

Manueller Fokus

Manuelles Fokussieren ist durchaus möglich, auch wenn der Fokusring an sich ein ziemlich winziges Ding ist. Nicht möglich ist manuelles Fokussieren bei ausgeschalteter Kamera. Ich gehe davon aus, dass der Ring keine Mechanik antreibt sondern seine Bewegungen lediglich „übersetzt“ und an den Motor weitergegeben werden. Die Übersetzung ist fein genug, um manuell fokussieren zu können, wirklich oft gemacht habe ich das aber nicht. Das Fokusring läuft sehr angenehm, leicht und geschmeidig, worüber sich Filmer sicher besonders freuen werden. Ich bilde mir ein eine ganz leichte Verzögerung zu bemerken, wenn ich am Ring drehe bis sich das Objektiv tatsächlich in Bewegung setzt. Das liegt, denke ich, auch daran, dass der Fokusring nicht wirklich auf mechanischem Wege das Objektiv bewegt. Dann wäre so eine Geschmeidigkeit aber wohl auch nicht möglich.

Autofokus

Der Autofokus hat eine vernünftige Geschwindigkeit, ob er jetzt für richtige Action-Fotos taugt kann ich allerdings nicht sagen. Dafür haben wir hier aber auch nicht unbedingt die passende Brennweite. Wie versprochen ist der Step-Motor auch angenehm leise, wobei ich hier auch nicht sonderlich empfindlich bin. Ansonsten kann ich nur sagen, der Fokus sitzt, kann nicht klagen.

Eine Besonderheit noch, die bisher nur Objektive mit Ultraschallmotor hatten: Auch bei aktiviertem Autofokus kann ich durch Drehen am Fokusring den Fokuspunkt nachträglich verändern. Das funktioniert aber erst, wenn die Kamera schon auf eine Stelle scharf gestellt hat. So lange der Auslöser noch halbgedrückt ist.

 

Canon EOS 6D mit EF 40mm f/2,8 STM Pancake

Abbildungsleistung

Obwohl das Canon EF 40mm f/2,8 STM ein ziemlich gequetschtes Teil ist, sind die Ergebnisse durchaus beeindruckend. Um ein Objektiv auf so ein kompaktes Maß zu bekommen, muss man ganz sicher den ein oder anderen Kompromiss eingehen.

Es vignettiert am Rand schon deutlich und verzerrt auch ein wenig. Aber das macht auch einen Teil des Charmes dieser Linse aus, muss ich ganz ehrlich sagen. Ich korrigiere die Vignette meist überhaupt nicht. Lightroom (und andere Programme zur Raw-Entwicklung) liefert natürlich ein passendes Profil um sämtliche Eigenheiten auszubessern, also keine Panik.

Zusammenfassung

Wir haben es hier mir einer sehr speziellen Linse zu tun, die ihren ganz eigenen Charakter mit bringt, was sicherlich nicht jedem gefällt. Ich sehe das Objektiv nicht als Standardausrüstung, wie ein 70-200mm Zoom-Objektiv oder eine 50mm Festbrennweite beispielsweise, es ist eher als Zusatzoption zu sehen.

Das Objektiv ist klein, leicht und unauffällig. Daher gut geeignet um einfach mal drauf los zu fotografieren ohne sich zu viele Gedanken zu machen und hin und wieder sollte man auch mal ganz unbeschwert fotografieren, damit meine ich jetzt nicht nur die Traglast.

Von der Abbildungsleistung braucht sich das 40mm STM definitiv nicht verstecken (zu dem Preis schon gar nicht), wenn man von der Vignettierung an den Rändern mal absieht. Aber ich hab es oben ja schon erwähnt, mich stört das gar nicht. Oft genug packe ich die Vignette nachträglich am Computer auf’s Bild.

Da die Preise immer etwas schwanken habe ich hier extra keinen hingeschrieben, ihr findet einen aktuellen Preis aber beispielsweise bei Amazon, wo ich mein Objektiv übrigens auch gekauft habe.

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