Seitenverhältnis in der Fotografie – welches Bildformat ist das beste?

Die Frage ist wahrscheinlich fast so alt wie die nach dem richtigen Objektiv. Es geht aber noch weiter mit den Ähnlichkeiten. Denn auch hier gibt’s keine eindeutige Antwort.

Aber einfach behaupten, dass das Geschmackssache sei, ist auch Blödsinn. Das Format deines Fotos hat nämlich einen nicht zu unterschätzenden Einfluss darauf, wie es von anderen wahrgenommen wird.

Seitenverhältnisse im Lauf der Zeit

Bevor es mit den Digitalkameras so richtig losging, wurde auf Film fotografiert. Die allermeisten hatten dabei den sogenannten Kleinbildfilm im Einsatz. Der Platz für ein einzelnes Foto auf diesem Film war 36×24 Millimeter. Ein Seitenverhältnis von 3:2 also.

Mit den Digitalkameras kam auch ein neues Bildformat mit einem Verhältnis von 4:3. Warum sich das plötzlich änderte? Keine Ahnung…

Vielleicht weil Computerbildschirme (und Fernseher) zu der Zeit das gleiche Bildverhältnis hatten. Die „größeren“ Digitalkameras, sprich Spiegelreflexkameras, behielten übrigens das Format von 3:2 bei. Nur die Sensorfläche wurde kleiner, lediglich die Profimodelle haben nach wie vor einen Sensor in Größe eines Kleinbildfilms.

Das Kleinbildformat wird sehr oft auch als „Vollformat“ bezeichnet, was eigentlich Quatsch ist, denn es gibt ja auch digitale Mittelformatkameras, die eine deutlich größere Sensorfläche haben. Das aber nur am Rande.

Gängige Bildformate

Rein vom Aufnahmemedium her gibt es also nur zwei verschiedene Bildformate. Die ganzen Mittelformatfilme lasse ich jetzt mal außen vor. Bei den fertigen Bildern bist du natürlich nicht auf die beiden festgelegt.

Bei digitalen Fotos ist problemlos jedes Seitenverhältnis denkbar (bei analogen im Grunde auch, zur Not nimmst du eine Schere). In Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop oder Lightroom kann ich mein Foto so zuschneiden wie es mir gefällt. Und auch an vielen Kameras kann ich neben 4:3 und 3:2 noch weitere Formate.

16:9 ist das (mittlerweile) übliche Fernsehformat bei Geräten mit Full-HD (1920×1080) oder HD-Ready (1280×720) Auflösung. Viele Computerbildschirme haben auch ein Seitenverhältnis von 16:9 oder (kommt auch oft vor) 16:10.

Das quadratische Format (1:1) kam vor allem durch Instagram richtig in Mode, dort konnte man sehr lange nur quadratische Bilder hochladen.

Wann nehme ich denn nun welches Seitenverhältnis?

Tja… Das kommt darauf an.

Du solltest dich für das Format entscheiden, das deine Absicht, deine Idee oder den gewünschten Look unterstreicht. Eine generelle Empfehlung ist schwierig, stattdessen gebe ich dir mal ein Beispiel:

Wenn du einen filmischen Look anstrebst, etwas erzählen willst, dann ist ein dazu passendes Format hilfreich. Hauptsächlich natürlich 16:9. Es gibt aber auch noch etwas, was man als „Kinoformat“ bezeichnet. Hier ist ein Verhältnis von 21:9 gemeint.

16:9 mag ich bei Landschaften hin und wieder sehr gerne

Übrigens deine Oma wird mit Kino- oder Fernsehformat wahrscheinlich etwas Anderes in Verbindung bringen, denn sie hat wahrscheinlich die meisten Filme in 4:3 gesehen. Es kommt also ein bisschen auch auf die Zielgruppe an.

Wie mache ich das eigentlich?

Gute Frage eigentlich… Vielleicht hätte ich auch damit anfangen sollen.

Was ich gar nicht mag ist 4:3, das geht einfach nicht an mich. Für mich ist 4:3 ein Möchtegern-Quadrat. Die allermeisten Bilder bleiben bei mir in 3:2, obwohl ich mal so eine Phase hatte wo ich sehr viel quadratisch beschnitten habe.

Quadrate mag ich gerne bei etwas grafischeren Fotos – Sand in Nordholland

Noch mehr Beispiele für 1:1 findest du in meinen Serien aus Nordholland und Nordfriesland. Das Quadrat ist ein tolles Bildformat, es funktioniert aber nicht mit jedem Foto. Wenn du ein quadratisches Bild machen willst, dann musst du dir das schon im Vorfeld überlegen. Hinterher ausprobieren ob ein Bild auch in 1:1 gut (oder sogar besser) rüberkommt, ist natürlich erlaubt.

Wobei wir ja immer versuchen solche Entscheidungen schon beim Fotografieren zu treffen 😉

Hin und wieder, wenn ich merke, dass ein Bild oben oder unten einfach zu viel „nichts“ hat, mache ich auch gerne mal ein 16:9 oder 16:10. Aber auch diese Formate funktionieren nicht immer.

Du siehst also, man kann nicht immer alles planen. Manchmal muss auch einfach mal ausprobieren und das ist nicht verboten. Denn so lernst du wie die Formate wirken und kannst beim nächsten Mal schon im Vorfeld entscheiden welches Seitenverhältnis das Bild später haben soll.

Was ist dein bevorzugtes Bildformat? Findest du 4:3 auch doof oder stört dich das nicht? Schreib’s mir als Kommentar hier drunter.

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