So fotografierst du gefrorene Seifenblasen

Als es im November das erste Mal richtig kalt wurde für diesen Winter, bin ich auf Facebook in einigen Gruppen über Makrofotografie über die ersten Bilder von gefrorenen Seifenblasen gestolpert. Die Idee ist nicht neu, aber natürlich wollte ich das auch direkt mal ausprobieren. Leider machte mir das Wetter erst mal einen Strich durch die Rechnung. Es war zu warm und zu nass. Ich nutzte die Zeit zum Recherchieren, was im Nachhinein eher hinderlich war, aber dazu gleich.

foto einer gefrorenen Seifenblase
1/800 Sekunde bei f/11 und ISO 200 mit Canon 100mm IS Makro

Inzwischen haben wir wieder Minusgrade und Sonne, perfekte Bedingungen also. Im folgenden erkläre ich dir wie du Schritt für Schritt zu wunderschönen Seifenblasen-Fotos kommst.

Die richtige Mischung um gefrorene Seifenblasen zu fotografieren

Zugegeben, ich hab‘ mir da zu viele Gedanken gemacht. Wenn du nach Rezepten für Seifenblasenlösungen googelst, findest du echt abenteuerliches Zeug. Da werden Wasser und spezielle Seifen mit Zucker, Kleister und weiß ich nicht was noch vermischt…

Die gute Nachricht: Brauchst du nicht. Ich hab‘ damit viel zu viel Zeit verbracht um am Ende zu merken, dass es nicht wichtig ist. Diese komischen Mischungen braucht man vielleicht für Riesenseifenblasen, wie man sie bei Seifenblasenkünstlern sieht. Für unsere Zwecke reicht Wasser mit etwas Spülmittel. Ich habe Fairy und Pril probiert, funktioniert beides.

Bei der Fairy-Mischung habe ich 450 ml Wasser mit 30 ml Spülmittel gemischt, gibt eine schöne, grüne Suppe. Das war noch nach einer Anleitung, die ich gefunden hatte. Die Pril-Mischung habe ich dann frei nach Schnauze gemacht. Einen ordentlichen Schuss Spüli auf etwa 250 ml Wasser. Ein Unterschied zwischen den Mischungen ist mir nicht aufgefallen. Probier einfach mal das Spülmittel, das du gerade da hast.

Zum Vermischen benutze ich gerne einen Milchaufschäumer. Vom bloßen Wasser reinschütten löst sich das Spülmittel leider nicht vollständig. Aber aufpassen beim Mischen, der Wasserstand steigt etwas an, wenn du den Aufschäumer benutzt. Es entsteht auch etwas Schaum, stört aber nicht weiter. Wichtig ist, dass die Lösung richtig gut vermischt wird.

Damit platziere ich die Seifenblasen für meine Fotos

Deine Mischung ist fertig? Gut. Jetzt fehlt noch ein kleiner Helfer, um Seifenblasen zu erzeugen. Für unsere Zwecke ist ein einfacher Plastik-Strohhalm perfekt geeignet. Die Dicke ist im Grunde egal. Ich persönlich finde dünne Knick-Halme am besten, ist aber Geschmackssache. Nur der Knick ist wirklich praktisch. Dazu gleich.

Foto einer gefrorenen Seifenblase auf einem Ast
1/640 Sekunde bei f/11 und ISO 800 mit Canon 100mm IS Makro

Das richtige Wetter um gefrorene Seifenblasen zu fotografieren

Auf die letzte Zutat haben wir leider keine Einfluss. Das Wetter muss natürlich passen. Die Temperatur sollte um 0°C oder drunter liegen. Je kälter es ist, desto schneller gefrieren die Seifenblasen. Wenn du also die Entstehung der Muster einfangen willst, musst du dich je nach Temperatur mehr oder weniger beeilen.

Von der Temperatur hängt auch das Muster ab, das sich bildet. Ist es besonders kalt, bildet sich eine flächige federähnliche Struktur. Ist es wärmer, wird das Muster öfter unterbrochen, die zusammenhängenden Flächen sind kleiner. Probier’s ruhig bei verschiedenen Temperaturen aus, dann bekommst du auch unterschiedliche Seifenblasen.

Sonnenschein ist gut, aber kein Muss. Du kannst auch dein eigenes Licht mitbringen. Seifenblasenfotos profitieren aber von etwas Gegenlicht in Form eines seitlichen Streiflichts etwa. Das solltest du ausprobieren, bei welchem Licht dir die Fotos am besten gefallen.

Wind ist, wie bei Makrofotos allgemein, nicht hilfreich. Äste und Pflanzen zappeln im Wind rum. Außerdem bläst er dir die Seifenblasen weg oder bringt sie zum Platzen.

Seifenblasen problemlos platzieren

Seifenblasen mit dem Strohhalm machen ist leicht. Einfach die Spitze kurz in die Lösung tippen und reinpusten. Wenn du zu fest pustest kommen gleich ein paar kleine Blasen aus dem Halm geschossen. Das ist zwar nett aber gezielt platzieren kann man so nichts, nur zufällig verteilen.

Wenn du etwas vorsichtiger pustest, entsteht eine Seifenblase an der Spitze des Trinkhalms. Die kannst du jetzt aufblasen so groß wie du sie möchtest. Oder bis sie platzt. Da wir aber eher im Makrobereich unterwegs sind brauchen wir gar keine großen Seifenblasen. Drei, vier Zentimeter sind schon sehr groß.

Jetzt kommt der knifflige Teil. Zumindest knifflig bis man weiß wie es geht. Ich hab auch zuerst geschimpft, aber der Reihe nach. Glatte Oberflächen sind relativ einfach. Hier kannst du die Seifenblase direkt auf der Oberfläche aufziehen. Die Blase wird dann nicht ganz so rund, weil die Kontaktfläche größer ist.

gefrorene-seifenblase
Gefrorene Seifenblase auf glatter Oberfläche

Diese Technik funktioniert nicht auf gröberen Oberflächen. Etwa wenn die Reifschicht dicker ist und richtige Kristalle ausgebildet hat. Ähnlich ist es bei Pflanzen. Was auch nicht funktioniert ist die Seifenblase am Strohhalm aufblasen und dann hinsetzen. Die Blase bleibt zwar wunderbar am Halm hängen, beim Absetzen sind mir aber bisher alle zerplatzt.

Der Trick ist die Seifenblase fallen zu lassen. Hier kommt auch der Knick-Strohhalm ins Spiel. Beim Aufziehen der Blase sollte das Ende des Halms nach unten zeigen. Sonst hängt sich die Seifenblase an der Seite des Trinkhalms fest und fällt nicht ab. Sie muss an der Öffnung des Halms bleiben, das geht mit einem um 90 Grad geknickten Strohhalm ganz einfach.

Also Ende des Halms nach unten und aufblasen, ruhig etwas größer. Die Blase knapp über die Stelle halten, wo du sie haben willst. Jetzt entweicht erst mal wieder etwas Luft durch den Strohhalm aus der Seifenblase, sie wird kleiner. Dann wird sie sich langsam nach unten in die Länge ziehen. Daran siehst du, dass sie gleich abfällt. So kann sie ganz langsam nach unten schweben.

So bleiben die Seifenblasen auch auf schwierigem Untergrund liegen.

Wenn eine Blase mal daneben geht, kannst du sie ganz leicht mit dem Strohhalm wegradieren. Einfach durchpusten, die warme Luft schmilzt die Seifenblasenreste weg.

Hat dir meine kleine Anleitung weitergeholfen? Lass es mich wissen und hinterlass mir einen kurzen Kommentar.

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