PC für Bildearbeitung

Egal ob du deinen Fotos den letzten Schliff geben willst oder sie zum Drucken aufbereiten musst: Ohne Computer geht’s nicht. Und bei den aktuellen Megapixelzahlen, die Digitalkamera abliefern und der Menge an Bildern, die wir so machen, sollte unser Rechner auf ein wenig Dampf unter der Haube haben. Sonst dauert die Bearbeitung eines Fotos schnell mal den halben Tag.

Viel Dampf kostet leider auch entsprechend Geld. Damit du das nicht in unnötige Hardware investierst, sondern genau den PC kaufst, den du für die Bildbearbeitung brauchst, erkläre ich dir jetzt worauf es ankommt. Mein Ziel ist nicht, dass du dir am Ende selbst einen Computer zusammenstellen kannst. Aber du wirst wissen worauf es ankommt, wenn man dir verschiedene Geräte zur Auswahl gibt oder du vorgefertigte Rechner miteinander vergleichst.

Mac oder PC für die Bildbearbeitung?

Über diese Frage kann man sich ganz wunderbar auslassen und noch viel besser streiten. Deshalb rate ich dir das System zu nehmen, das du schon kennst (außer du bist damit total unzufrieden natürlich).

Meine persönliche Meinung: Computer von Apple sind, wenn man sich die verbaute Hardware anschaut, eigentlich zu teuer. Da bekommst du für das gleiche Geld einen Windows PC mit mehr Leistung. Dafür solltest du dann aber einen kompetenten Berater haben oder dich selbst etwas besser auskennen.

Mehr will ich zu dieser Frage gar nicht schreiben.

Worauf kommt es bei einem PC für Bildbearbeitung an?

In so einem Computer steckt so einiges an einzelnen Komponenten drin. Nicht alles davon ist für die reine Bildbearbeitung relevant. Deshalb schauen wir uns erstmal die wichtigsten Teile an und ich erkläre auch kurz wofür die jeweils gut sind.

Diese Teile stecken normalerweise in einem Computer

Mainboard

Auch Hauptplatine oder Motherboard genannt. Das Mainboard ist eine etwas größere Platine mit einer Menge Anschlüsse und verbindet die ganzen PC Komponenten miteinander. Hier gilt es vor allem eines auszuwählen, das mit der restlichen Hardware kompatibel ist und auch genügend Anschlüsse bietet. Welche und wie viele das sind, hängt von den folgenden Teilen ab.

Prozessor/CPU

Dieses kleine unscheinbare Teil ist sozusagen das Herzstück deines Computers. Der Prozessor übernimmt die ganzen Berechnungen bei so ziemlich allem. Wie Leistungsstark ein Prozessor ist erkennst du an mehreren Faktoren:

Am offensichtlichsten ist die Taktrate, die in Gigahertz angegeben wird. Je mehr desto schneller arbeitet der Prozessor. Taktraten bewegen sich oft irgendwo zwischen 2,0 und 5,0 GHz (grob gesagt).

Der zweite Aspekt ist die Anzahl der Prozessorkerne. Irgendwann kam man bei der Prozessorentwicklung an den Punkt wo sich die Taktraten nicht mehr wirklich steigern ließen. Also fingen die Hersteller an die Anzahl der Prozessorkerne zu erhöhen. So konnte der Prozessor mehrere Aufgaben parallel abarbeiten, was im Endeffekt natürlich auch eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit zur Folge hatte.

Aber Vorsicht: Nicht jede Software oder jeder Prozess in einem Programm ist auch dazu geeignet oder programmiert von mehreren Kernen gleichzeitig bearbeitet zu werden. Man spricht hier auch von „multithreading“. Leider sind die Entwickler hier nicht gerade auskunftsfreudig.

PC für Bildbearbeitung - Prozessorauslastung
Hier siehst du die Auslastung meines Prozessors. Jedes Feld zeigt wie intensiv der jeweilige Kern gerade arbeitet.

Der letzte wichtige Punkt ist die Prozessorgeneration. Denn auch wenn sich die Taktrate und die Anzahl der Kerne nicht verändern, sind Prozessoren einer neuen Generation in der Regel trotzdem schneller beim Abarbeiten ihrer Aufgaben als ältere Modelle.

Grafikkarte

Die Grafikkarte sorgt, ganz einfach gesagt, dafür, dass auf deinem Bildschirm etwas zu sehen ist. Nehmen wir als Beispiel mal ein Schach-Computerspiel. Der Prozessor prüft ob die Züge, die du machen willst, überhaupt erlaubt sind und steuert auch den Computergegner. Die Grafikkarte berechnet die ganzen hübschen Animationen, die du siehst, wenn du eine Figur bewegst oder eine andere schlägst. Es geht also nicht um die Berechnung des Ergebnisses, sondern rein um die Optik.

Inzwischen verwischen die Grenzen hier allerdings immer mehr. Berechnungen werden auf die Grafikkarte ausgelagert. Denn während die Anzahl der Kerne des Prozessors ein oder maximal zweistellig ist, verfügen Grafikkarten locker über Kerne im dreistelligen Bereich. Dafür kommen sie aber noch nicht mit jeder erdenklichen Aufgabe klar, da sie ja eigentlich auf Grafik spezialisiert sind.

Festplatte – SSD oder HDD?

Festplatte ist, denke ich mal, jedem ein Begriff. Darauf werden die ganzen Daten gespeichert und je größer das Speichervolumen, desto mehr passt drauf. Natürlich solltest du auch immer eine Datensicherung deiner Bilder machen, das ist aber ein anderes Thema.

Die Gretchenfrage bei Festplatten ist SSD oder HDD. Hard Disk Drive (HDD) meint „normale“ Festplatte wie es sie schon recht lange gibt. Im Prinzip funktinieren die ähnlich wie eine CD. Im Inneren ist eine Scheibe, die sich dreht. Nur kann die immer wieder neu beschrieben werden. Je schneller die Festplatte sich drehen kann, desto schneller können auch Daten darauf geschrieben oder ausgelesen werden. Diese Geschwindigkeit wird in Umdrehungen pro Minute angegeben.

Eine HDD kann sich aber noch so schnell drehen, eine SSD (Solid State Drive) wird immer schneller sein. Im Grunde ist eine SSD nichts anderes als ein großer USB-Stick oder SD-Karte (vereinfacht gesagt). SSDs haben keine beweglichen Teile und sind (unter anderem) deshalb sehr viel schneller was Beschreiben und Auslesen angeht.

Deshalb fährt der Computer mit einer SSD viel schneller hoch und auch die Programme gehen spürbar schneller auf. Leider haben SSDs auch einen Nachteil. Sie „verschleißen“ vor allem durch Schreibvorgänge (sprich wenn neue Daten darauf kopiert werden) langsam aber sicher und haben daher eine kürzere Lebenszeit als HDDs.

Aus diesem Grund verwendet man SSDs hauptsächlich für das Betriebssystem und andere Programme und nicht zum dauerhaften Speichern (wichtiger) Daten.

SSDs sind inzwischen richtig günstig geworden und ich denke, dass sich das auch nicht mehr ändern wird. Eher werden sich die Preise pro Gigabyte Speichervolumen noch weiter an die HDDs annähern. Daher finde ich es nicht verkehrt eine größere SSD zu kaufen und darauf die Bilder, an denen aktuell bearbeitet wird, erstmal darauf abzulegen. So bremst das Laden der doch recht großen Raw-Dateien die Bearbeitung nicht unnötig aus. Bist du mit einer Serie fertig, kannst du die auf die HDD verschieben.

Arbeitsspeicher

Der Arbeitsspeicher ist ein bisschen wie eine Festplatte. Auch hier werden Daten gespeichert, allerdings „vergisst“ der Arbeitsspeicher diese spätestens wenn der Computer ausgeschaltet wird wieder. Hier werden also Daten „zwischengelagert“, die gerade zum Arbeiten benötigt werden, denn der Zugriff auf den Arbeitsspeicher geht viel schneller als die Dateien von der Festplatte zu holen (egal ob SSD oder HDD). Die Größe wird auch in Gigabyte angegeben.

PC für Bildbearbeitung
Gar nicht so kompliziert wie’s aussieht: Unter dem Läufter mit dem großen blauen Punkt (auf dem Intel steht) steckt der Prozessor. Direkt rechts daneben die vier schwarzen Riegel sind der Arbeitsspeicher. Die Grafikkarte ist das dicke Brett darunter (mit der kupferfarbenen Leitung). Die Festplatten befinden sich in der Ecke rechts unten.

Meine Hardware-Empfehlung für Bildbearbeitungs-PCs

Ganz ehrlich? Ich hab‘ mir nicht die Mühe gemacht und einen PC zusammengestellt. Wenn ich das nämlich heute mache, ist er nächste Woche wahrscheinlich wieder veraltet.

Stattdessen möchte ich lieber ein paar allgemeingültige Empfehlungen und Tipps geben. Tatsächlich brauchst du für Bildbeabeitun mit Photoshop, Capture One oder Lightroom keinen „High-End“ PC. Die empfohlene Hardware in den Systemvoraussetzungen des jeweiligen Programms sind schonmal ein guter Anhaltspunkt. Allerdings würde ich da generell noch ein, zwei Schippen drauf legen.

Der Prozessor sollte sich im mittleren bis gehobenen mittleren Leistungsbereich bewegen. Während die Grafikkarte vor ein paar Jahren noch ziemlich vernachlässigt werden konnte, nutzen viele gängige Programme inzwischen auch die Grafikkarte ausgiebig um verschiedene Funktionen zu beschleunigen. Daher sollte auch ein Modell der (oberen) Mittelklasse her, denn dieser Trend verstärkt sich immer mehr.

Bei Festplatten empfehle ich mindestens eine SSD mit 256 GB für Betriebssystem und andere Programme. Gerne auch, gerade weil die immer günstiger werden, 512 GB oder zweimal 256 GB, um einen Teil des schnellen SSD Speicherplatzes für Bilder zu nutzen, an denen gearbeitet wird. Dazu eine HDD mit ordentlich Speicher. 2 Terabyte (entspricht etwa 2000 GB) sind mehr als in Ordnung.

Beim Arbeitsspeicher darf es gerne mal etwas mehr sein, denn die ganzen großen Dateien wollen auch irgendwo untergebracht werden. Hier würde ich nicht knausern.

Mit diesen Tipps solltest du in der Lage sein verschiedene PCs einzuordnen und einen für dich brauchbaren zu finden.

Hast du noch Fragen zum Thema? Schreib sie mir einfach drunter in die Kommentare, dann ergänze ich den Artikel oder beantworte sie direkt als Kommentar.

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2 Gedanken zu “PC für Bildearbeitung”

  1. Hi Philip
    Man sollte Aussagen nur treffen, wenn man hierzu auch Argumente vorbringen kann. Einfach „Mac ist zu teuer“ ist ein wenig bei den Haaren herbeigezogen. Des weitern ist Mac schon seit Jahren der Grafikcomputer überhaupt und das alleine hat schon seinen Grund. Wenn man dann noch Äpfel mit Äpfel vergleicht und nicht Äpfel mit Zitronen, wird man schnell feststellen das sich beim Preis unter Berücksichtigung der gleichwertigen Komponenten inkl. dazugehörender Ausstattung kaum noch ein Unterschied zeigt. Neben diese kleinen Anmerkungen sollte man auch in Betracht ziehen, dass Viren bei einem Mac nur eine absolut untergeordnete Rolle spielen, Datensicherung von Grund auf aber mit am höchsten und hierfür werden passende Programme mitgeliefert. Bestimmt bist Du im Besitz eines iPhones, da solltest Du Dich mal fragen warum, weil auch mit billigeren Geräten kann man gut telefonieren und nein ich bin kein MAC Jünger, erhalte keinerlei Subventionen oder Unterstützung von der Firma, aber Addition und Subtraktion sowie Kosten- und Nutzenrechnung sind mir geläufig.
    Gruss Klaus

    1. Hi Klaus,
      die Aussage, auf die du dich hier beziehst, ist meine persönliche Meinung und das steht auch (inzwischen fett) davor. Ich habe aber noch einen Halbsatz ergänzt, um noch etwas deutlicher zu machen, dass es mir rein um die Kosten der Hardware geht. Die Menschen bei Apple haben sich bei der Preiskalkulation sicher was gedacht. Immerhin fließen da auch Kosten für Designer, Marketing und Softwareentwickler mit rein, wie du richtig angemerkt hast. Aber da ist nichts dabei, was ich unbedingt brauche und mir das Geld wert wäre.
      Und bezüglich des iPhones: Besitze ich tatsächlich keines, sondern nutze noch immer mein inzwischen 5 Jahre altes Moto G, das ich zu Weihnachten wohl in Rente schicken werde und durch ein neueres Moto G6 ersetzen werde 😉

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