5 einfache Tipps, die du für bessere Makrofotos beachten solltest

Kennst du das? Du liest einen Text, eine Anleitung oder ein Tutorial über was auch immer. Beim Lesen nickst du immer schön mit: „Klingt alles logisch, das hier is‘ eh klar. So machen wir’s.“ So geht es mir häufig und in der Praxis vergesse ich dann die Hälfte wieder. Ist das bei dir auch so?

Ganz ehrlich, dagegen habe ich kein Patentrezept. Da hilft nur Wiederholung und genau dafür finde ich solche Checklisten gut, um einfach nochmal die wichtigsten Punkte kompakt zusammen zu haben. Deshalb folgt hier meine Checkliste für die Makrofotografie.

1. Tiefenschärfe

Im Nahbereich ist der Schärfebereich verschwindend klein. Ich meine absolut winzig. Auf dem kleinen Sucherbild kommt das gar nicht so rüber, wie es wirklich ist. Deshalb gilt: Abblenden was geht, ISO bis zur Schmerzgrenze, die Rauschreduzierungs-Filter in den Raw-Konvertern sind inzwischen ziemlich gut.

2. Hintergrund

Weil der Schärfebereich so winzig ist nimmt die Unschärfe und damit der Hintergrund einen ordentlichen Teil des Bildes ein. Deshalb solltest du dem Hintergrund genau so viel Aufmerksamkeit schenken wie deinem Motiv. Er sollte normalerweise nicht heller als der Vordergrund sein, farblich passen und schön ruhig sein.

Hier mal ein Beispiel:

Makrofoto Biene auf Lavendel
1/60 Sek. bei F/8 und ISO 400 mit Canon 100mm Makro IS

Der Hintergrund ist beinah einfarbig. Aber durch die Lavendelblüten hinter meinem Motiv entsteht diese Doppelung mit der Blüte und der Biene im Vordergrund. Das macht das Bild nochmal interessanter. Wichtig ist hier auch, dass das „Motiv“ im Hintergrund nicht das Motiv im Vordergrund schneidet.

Du kannst helle Stellen im Hintergrund aber auch bewusst hinter dein Motiv legen, um den Blick darauf zu lenken. Hier hätte die Form aber nicht gepasst

3. Kamera ruhig halten

Aus der Hand fotografieren ist nicht verboten, erfordert aber Übung. Wo immer es geht stütz‘ dich ab. Auf einem Geländer, einem Stein, was auch immer. Noch besser ist liegend zu fotografieren, ich liege meist auf meinem Fotorucksack, das ist etwas bequemer. Vielleicht solltest du nicht gerade deine besten Klamotten tragen 😉

Auch wenn du ein Stativ nutzt kannst du einiges für eine ruhige Kamera tun. Nutze einen Fernauslöser, damit du die Kamera nicht berühren musst, wenn du dein Bild machst. Meist gibt das Stativ oder der Boden etwas nach und verschwenkt so den Bildausschnitt.

Aktiviere die Spiegelvorauslösung, wenn deine Kamera keine hat, bei günstigeren DSLR ist das leider der Fall, wechsle in den LiveView, dann klappt der Spiegel auch hoch. Dir erscheint das vielleicht unnötig aber glaub‘ mir, im Makrobereich macht es viel aus. Gilt natürlich nur wenn sich dein Motiv nicht bewegt, denn dann brauchst du ohnehin kürzere Verschlusszeiten.

4. Achte auf den Wind

Ganz ehrlich, nichts hat mich bisher mehr fluchen und schimpfen lassen als der Wind. Gerade wenn du versuchst Insekten vor die Linse zu bekommen reicht ein winziges Lüftchen schon aus, um das Bild zu ruinieren. Die Viehcher sitzen nämlich bevorzugt auf irgendwelchen Grashalmen oder Blättern rum und die wippen schon beim leisesten Hauch munter hin und her.

Du kannst versuchen mit deinem Körper oder sonst etwas den Wind ein wenig abzuschirmen. Bringt aber nur selten etwas. Bei dem Bild mit der Biene oben kam der Wind immer stoßweise. Ich musste also den Moment zwischen zwei Böen abwarten.

5. Nah ist nicht gleich gut

Ein häufiger Fehler, gerade am Anfang, ist der Gedanke, dass mein Bild besser wird je näher ich am Motiv dran bin. Da wird dann schnell mal ein halber Meter an Zwischenringen eingesetzt (ich übertreibe jetzt).

Pass den Abbildungsmaßstab deinem Motiv an. Nehmen wir mal mein Pilzfoto:

Makroaufnahme Pilze
1/30 Sek. bei f/11 und ISO 800 mit Canon 100mm Makro IS

Ich finde das Bild voll cool, das soll kein Eigenlob sein, ist einfach meine Meinung. Ich hab auch schon sehr viele schlechte Fotos gemacht 😉 Für dieses Bild hätte ich nicht mal ein Makroobjektiv gebraucht, so weit weg war ich von den Pilzen.

Andererseits gibt es Fälle da musst du wirklich nah ran, beispielsweise um eine einzelne Schneeflocke zu fotografieren. Das funktioniert nur mit Zwischenringen oder anderen Hilfmitteln. Mit einem normalen Makroobjektiv kommst du einfach nicht nah genug ran.

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