HDMI oder DisplayPort – welcher Anschluss ist besser für Bildbearbeitung?

Vor einer Weile habe ich mir einen „ordentlichen“ Monitor, den EIZO Coloredge CS240 (inzwischen gibt es den Nachfolger CS2420) zur Bearbeitung meiner Bilder zugelegt. Als das gute Stück dann hier stand, stellte sich die Frage womit verbinde ich das jetzt mit meinem Computer?

Sowohl Monitor als auch Grafikkarte des PCs hatten DVI, HDMI und Displayport im Angebot. Und ich keine Ahnung. Davon aber eine Menge.

Also habe ich ein wenig recherchiert. Was dabei rauskam erfährst du jetzt:

HDMI oder Displayport für die Bildbearbeitung?
HDMI oder Displayport?

Ich verzichte hier mal auf den inzwischen über 30 Jahre alten VGA Anschluss. Der ist wirklich nur noch relevant, wenn du einen älteren Beamer anschließen möchtest. Und zur Not gibt’s da auch Adapter. Auch DVI, den du sicher kennst, lassen wir mal außen vor, denn die werden auch immer seltener, obwohl auch DVI ein digitales Signal überträgt (im Gegensatz zum VGA).

Es bleiben also HDMI und DisplayPort übrig. HDMI kennst du, höchst wahrscheinlich, von deinem Fernseher. Reciever, DVD- und BluRay Player und alles andere auch werden über HDMI verbunden. DisplayPort war mir gar nicht so wirklich ein Begriff bis dahin.

Man könnte meinen, dass der „Heimkinostandard“ HDMI auch für Bildbearbeitung die beste Wahl sein muss.

Um das vorweg zu nehmen, HDMI kann man machen, Displayport ist am Computer aber die bessere Wahl und das aus mehreren Gründen:

Die Standards werden natürlich immer weiterentwickelt, dennoch hat Displayport meist die Nase vorn was die maximale Auflösung und die Bildrate angeht. Generell lässt sich festhalten, dass durch ein Displayport Kabel im gleichen Zeitraum größere Datenmengen durchgeschickt werden können wie durch HDMI.

Das heißt 4K, 5K und so weiter sind über Displayport früher möglich. Kaufst du dir also einen entsprechend hochauflösenden Monitor unterstützt der natürlich die Standards, die er für seine Auflösung braucht. Das Problem ist dann eher die Grafikkarte deines Computers. Die wird zum Zeitpunkt ihres Erscheinens mit aktuellen HDMI und DisplayPorts ausgestattet. Kaufst du dir ein paar Jahre später einen Monitor mit höherer Auflösung, hast du am DisplayPort größere Chancen, dass der Bildschirm unterstützt wird, als am HDMI.

DisplayPort verfügt außerdem über einen zusätzlichen Kanal, über den etwa Steuerungssignale für Touchscreens, USB-Anschlüsse, Webcams, Mikrofone und so weiter gesendet werden können. Man kann also den Kabelsalat unter dem Schreibtisch etwas reduzieren.

Zwei weitere Kleinigkeiten machen den DisplayPort für mich noch attraktiv:

Die Stecker bieten die Möglichkeit eine Verriegelung zu integrieren. Und zwar ohne Schrauben. Kennst du sicher von DVI oder VGA Kabeln. Die mussten immer frickelig reingeschraubt werden, damit sie bleiben wo sie hingehören. Es gibt nicht viel, das nerviger ist als ein loses Kabel. An meinem Notebook rutscht mir der HDMI immer mal wieder raus, geht also schneller als man denkt.

Die zweite Kleinigkeit ist, dass DisplayPort ein offener Standard ist. Das heißt Gerätehersteller (Monitore, Grafikkarten, …) müssen, wenn sie einen HDMI Port einbauen an den Entwickler eine Gebühr zahlen. Und zwar jedes Mal. Beim DisplayPort gibt es das nicht. Solche offenen Standards sollte man unterstützen, denn im Endeffekt macht das die Geräte für uns auch günstiger.

Wenn du also die Wahl hast bei den Anschlüssen deines Monitor, dann empfehle ich dir ein Displayport Kabel zu nutzen.

Ein HDMI oder ein Displayportkabel kaufen – worauf kommt es an?

Egal ob du ein HDMI- oder ein Displayport-Kabel kaufen willst: Das Problem wird immer das gleiche sein.

Du musst dir aus gefühlt tausend verschiedenen Kabeln, von billig bis teuer und von kurz bis lang eins aussuchen. Wenn bei deinem Monitor eins dabei ist, dann nimmst du natürlich auch das. Aber nicht immer sind für alle Anschlussmöglichkeiten auch Kabel mitgeliefert. Oft sind die aus dem Zubehör auch schlicht und einfach zu kurz.

Grund genug den Kabelsalat mal etwas zu lichten.

Fangen wir einfach an: Meine Erfahrung ist, dass du, so lange es um Auflösung im Full-HD Bereich geht (1920×1080 oder 1920×1280 Pixel) und keine größeren Distanzen (5 Meter oder mehr) zu überbrücken sind, einfache Kabel völlig ausreichen.

Bei HDMI greife ich gerne auf das Amazon Basics Kabel zurück. Als Displayport kommt bei mir dieses TechRise Kabel zum Einsatz. Mit beiden hatte ich bisher am oben erwähnten Monitor keine Probleme.

Spannender wird’s wenn es um 4k oder HDR-Video geht. Bei HDMI sollte das zwar theoretisch drin sein, allerdings sparen die Hersteller natürlich Materialkosten wo es geht und so unterstützen billigere Kabel das oft nicht. Da diese Features aber immer weiter verbreitet sind, gibt es inzwischen das sogenannte HDMI Premium Siegel. Kabel mit diesem Label machen die ganzen neuen Spielereien mit.

Bei Displayport-Kabeln musst du in der Produktbezeichnung schauen, ob das, was du brauchst, auch unterstützt wird.

Auch bei gleichen Features wirst du immer noch Preisunterschiede feststellen, die nicht völlig unbegründet sind, denn auch die Verarbeitungsqualität kann eine wichtige Rolle spielen. Billige Kabel sind in der Regel auch weniger robust. Eine typische Schwachstelle ist der Übergang von Stecker zu Kabelstrang. Wird das Kabel viel bewegt und umgesteckt, kann es hier schnell zu einem Kabelbruch kommen und das Kabel muss ersetzt werden.

Die Ummantelung kann hier schon helfen: Geflochtene Ausßenhüllen sind robuster als einfache Plastikummantelungen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Abschirmung des Kabels. Liegt das Kabel neben weiteren Leitungen (beispielsweise Strom) kann es bei schlecht abgeschirmten Kabeln zu Bildstörungen kommen. Eine zwei- bis vierfache Abschirmung sollte für die meisten Einsatzzwecke ausreichen.

Für professionelle Anwendungen oder Kabel, die Unterputz verlegt werden (also dauerhaft dort bleiben) empfehlen sich natürlich besonders hochwertige Kabel, damit man möglichst nicht wieder ran muss, um das Kabel aus der Wand zu ziehen.

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1 Gedanke zu “HDMI oder DisplayPort – welcher Anschluss ist besser für Bildbearbeitung?”

  1. DisplayPort sagte mir bislang tatsächlich auch nichts. Ich habe meine Hardware auch schon länger nicht mehr upgedatet – never change a running system. Mein Fotorechner mit Monitor steht seit 2013 (oder 2014?) relativ unverändert in Hard- und Software. Jedoch habe ich mich damals bei der Wahl noch für DVI statt HDMI entschieden. Da ich keine Soundübertragung benötige und der DVI sich einschrauben lässt, hält er einfach zuverlässiger – wie du schon sagtest. Auf kurz oder lang wird dieser Standard aber wohl aussterben.

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