Fotografieren bei schlechtem Wetter und Regen, geht das?

Der Wind pfeifft jaulend um die Häuser. Der Himmel ist in ein grimmiges Grau getaucht, so als wollte es jeden Moment anfangen zu kübeln.

Eine ausgezeichnete Gelegenheit um es sich im Warmen gemütlich zu machen. Vielleicht ein heißes Getränk dazu?

Aber nicht für mich.

Stürmisches Herbstwetter? Regen? Grauer Himmel?

Nix wie raus!

Früher war ich auch ein Schönwetterfotograf. Eigentlich ist es noch gar nicht sooo lange her, wie das jetzt klingt. Ich habe aber gemerkt, dass gerade bei (vermeintlich) schlechtem Wetter die besseren Bilder entstehen.

Strahlender Sonnenschein kann jeder. Bei Makrofotos ist das sogar eher hinderlich. Bei Langzeitbelichtungen macht es die Sache auch nur unnötig schwerer.

Ein klarer Himmel ist aber auch einfach langweilig, finde ich. Die harten Kontraste, die durch direktes Sonnenlicht entstehen, stören mich meistens eher, als sie mir gefallen.

Ich will dir mal ein paar meiner Lieblingsbilder zeigen:

Wenn du dich durch meine Fotos klickst, findest du noch mehr Bilder mit grauem Himmel und so weiter. Die ersten davon sind im Urlaub eher aus der Not heraus entstanden. Ich war eben gerade jetzt an diesem Ort und später schon ganz wo anders. Also entweder jetzt ein Foto machen oder gar nicht.

Natürlich schicke ich dich jetzt nicht einfach so in’s „schlechte“ Wetter, sondern gebe dir ein paar Tipps und Tricks mit.

Fotografieren bei Regen

Bei grauem Himmel musst du keine besonderen Vorkehrungen treffen. Mal davon abgesehen, dass du dich den Temperaturen angemessen anziehen solltest. Da mein Hund bei jedem Wetter raus will, bin ich mit einer entsprechenden Outdoorjacke und Fleecewesten in unterschiedlichen Dicken, Regenhose und Hut, wasserdichten Schuhen und warmer Unterwäsche bestens gerüstet.

Wenn du bisher Wasser und Wind eher gemieden hast, besorg dir auf jeden Fall passende Kleidung. Wenn du dich draußen nicht wohl fühlst, wird’s auch mit den Bildern nix.

Die Kamera vor Regen schützen

Elektronik und Wasser passt nicht wirklich gut zusammen. Lass die Kamera also im Rucksack bis es Zeit für ein Foto ist. Spritzwassergeschützte Kameras und Objektive können so ein bisschen Nieselregen durchaus ab. Ich gehe trotzdem lieber auf Nummer sicher.

Natürlich gibt es Unterwassergehäuse und auch solche „Plastikbeutel“, im Grunde ist das aber etwas übertrieben.

Um meine Kamera vor Regen zu schützen nehme ich eine stabile Plastiktüte. Gegenüber der Öffnung mache ich ein Loch, groß genug damit die Gegenlichtblende durchpasst. Mit etwas Faserklebeband (Gaffa-Tape) klebe ich die Tüte dann an der Gegenlichtblende fest. Kamera und Objektiv befinden sich dann in der Tüte. Rausschauen nur Gegenlichtblende und Frontlinse. Die Tüte kann ruhig etwas größer sein, sodass sie seitlich runterhängt. Der Regen läuft dann einfach ab. Natürlich gibt es sowas auch etwas komfortabler zu kaufen.

Übrigens: Taschentücher, Küchenrolle oder ein Baumwolltuch zum Trockenlegen der Frontlinse nicht vergessen. Danach aber unbedingt mit einem Mikrofasertuch das Geschmiere auf der Linse entfernen.

Wenn es draußen nass ist, wirken Natur aber auch Straßen und Häuser ganz anders. Die Luft ist klarer, da der ganze Staub „rausgewaschen“ wird. Durch Pfützen entstehen Spiegelungen auf der Straße, mit denen man toll spielen kann.

Noch mehr Tipps für Fotos bei schlechtem Wetter

So oft wie es an Weihnachten geregnet hat, habe ich schon folgenden Tipp gelesen: Mach das schlechte Wetter zum Thema deines Fotos.

Danke…

Dass das Wetter „schlecht“ sein muss, wenn ich schlechtes Wetter fotografieren will, hab‘ ich mir schon irgendwie gedacht.

Ich bin eher der Meinung, man sollte genau das Gleiche (oder Ähnliche) fotografieren, was man auch bei Sonnenschein tun würde. Denn oft geht das sogar besser.

Wenn du etwas Erfahrung mit Portraitfotos hast, weißt du sicher, dass direktes Sonnenlicht da eher Pfui ist. Natürlich gibt’s immer Ausnahmen.

Viele denken, dass es bei bewölktem Himmel zu dunkel sei, um Bilder zu machen. Das musst du UNBEDINGT aus deinem Schädel rausbekommen!

Klar musst du etwas länger belichten, die Blende öffnen oder die ISO hochdrehen. Aber zu dunkel ist es selten.

Und noch ein weiterer Vorteil: Bei „schlechtem“ Wetter sind deutlich weniger Leute unterwegs. Du musst dich also nicht auch noch mit Menschen rumärgern, die dir dauernd durch’s Bild laufen.

Warst du auch schon bei miesem Wetter draußen um Bilder zu machen? Hast du noch mehr Tipps wie man das Beste aus schlechtem Wetter machen kann? Schreib sie mir gern als Kommentar hier drunter.

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2 Gedanken zu “Fotografieren bei schlechtem Wetter und Regen, geht das?”

  1. Schlechtes Wetter beim Fotografieren ist bei mir auch kein Thema. Was ich dann am liebsten unter die Linse nehme sind Wassertropfen an Gräsern, Blättern etc. Das finde ich etwas faszinierendes. Man kann wirklich bei jedem Wetter tolle Fotos schiessen.

  2. Hallo Philipp
    Seit einiger Zeit lese ich deine Artikel mit Interesse. Zu deiner Meinung das Wetter betreffend kann ich dir nur beipflichten. bei bedecktem Himmel hat man ein besseres Licht und sattere Farben als bei hellem Sonnenschein. Ich freue mich schon auf deinen nächsten Artikel.
    LG Georg

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