Praktikum?

Eine Warnung an alle, die sich mit ähnlichen Gedanken tragen. Den Schwarzsehern da draußen sei aber gesagt, es gibt auch noch Lichtblicke, aber jetzt noch nicht.

Das ganze Ding ist überspitzt, ironisch, eventuell auch sarkastisch aber keinesfalls böswillig formuliert. Ich weiß es ist viel Text aber es muss einfach mal erzählt werden und es ist eben alles so passiert.

Der Plan war recht simpel. Nach dem Zivildienst wollte ich ein Praktikum in einem Fotostudio machen, das stand schon vor einem Jahr fest. Dass manche Studiengänge eines vorraussetzen kam erst später. Was erstmal praktisch klingt, wurde ungewollt zum Problem. Ich war unsicher. Unsicher ob ein Praktikum im Fotostudio anerkannt werden würde. Ich wusste es einfach nicht, mit reiner Fotografie hatten die Studiengänge nämlich erstmal wenig zu tun. Folglich musste ich umdenken, weg vom Fotografen, hin zur Werbeagentur, denn das passte deutlich besser.

Also gelbe Seiten raus und alles in der Umgebung rausgesucht. Im Anschluss ab auf die Homepage der Firmen und alle, die irgendwo noch Fotografie mit dabei stehen hatten nach oben auf die Liste. Übrigens gibt es Werbefirmen, die über eine Suchmaschine gar nicht erst zu finden sind. Da versteht jemand was von seinem Job…

Im Anschluss an’s Telefon gehängt und die ersten potentiellen Kandidaten abtelefoniert; immer noch der Meinung, dass es nicht allzu schwierig werden dürfte, Anfang Januar eine Stelle im April/Mai für vier bis acht Wochen zu bekommen. Reine Formsache, vielleicht ein kurzes Treffen vorher.

Tja, was soll ich sagen? Erare humanum est – Irren ist menschlich.

Kandidat eins war gleich vielversprechend. Auf meine Frage, ob man denn in der Firma ein Praktikum machen könne, kam kurz angebunden zurück „Aber dieses Jahr nimmer.“

Hatte der gute Mann den Jahreswechsel vielleicht verpennt?

Er hatte nicht; reden wir also nicht mehr darüber.

Kann passieren, weiter zum nächsten. Meinen Text hatte ich ja schon drauf. Die Antwort war wieder ungewöhnlich. Man wollte eine schriftliche Bewerbung inklusive Lebenslauf und Foto und zwar am besten gleich gestern.

Offenbar ein Missverständnis, ich wollte doch bloß ein Praktikum machen, über die Festanstellung hätte man ja hinterher noch sprechen können.

Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. So ein Aufwand für ein Praktikum? Irgendwie kam ich mir alt vor. Bei meinem Schulpraktikum war das noch anders. Da musste man zwar auch eine Bewerbung schreiben aber nicht für die Firma, sondern für den Deutschlehrer, der einem schon aus Prinzip nicht einstellen wollte. Ich fügte mich also meinem Schicksal. Zugegeben Anschreiben und Lebenslauf waren schnell geschrieben, denn da hatte sich seit der Schule nicht viel geändert und die Bewerbung hatte ich ja noch.

Ein Bewerbungsfoto mal eben auf die Schnelle war da die größere Herausforderung. Passbilder hatte ich. Und zwar solche, auf denen deutlich zu sehen ist, dass ich gerade mit dem Fotografen diskutiere, der mit meinem, meiner Meinung nach, schönsten Fotolächeln so gar nicht zufrieden ist. Na toll…

Aber das konnte warten, denn die Liste war lang, der Tag jung und meine Motivation ungebrochen.

Diverse Telefonate später sah die Sache schon anders aus. Abgesehen von denen, die keine Zeit, keine Lust oder keinen Platz für Praktikanten hatten, wollten alle eine vollständige Bewerbung, einziger Lichtblick: Per Mail ging auch.

Ein weiteres Mal also Sklave der Fortuna, was blieb mir anderes übrig, als mich dieser launenhaften Herrin zu fügen?

Das klingt jetzt erstmal fürchterlich pathetisch, aber ganz so schlimm war es dann letztendlich nicht, denn auch das Bewerbungsproblem lies sich lösen, also raus mit den ganzen Mails. Außerdem zeigte sich ein weiteres Mal die Sonne am sonst eher wolkigen Praktikumshimmel, denn ich fand – wer lesen kann ist klar im Vorteil – endlich den Passus in der Studiumsbroschüre, der mich von der Werbeagentur erlösen würde. Um den Inhalt kurz und knapp zusammenzufassen stand da, dass ich mein Praktikum auch in einem Fotostudio machen durfte.

Inzwischen war zu allem Überfluss schon wieder Zeit ins Land gegangen und bisher hatte ich nur ein paar Absagen, einen einzigen Vorstellungstermin, von Zusagen gar nicht zu sprechen und eine gehörige Portion Funkstille.

Offen gestanden sind mir Absagen immer noch lieber als ignoriert zu werden, aber was manche sich da geleistet haben, hat mir einige Stirnfalten eingebracht.

Der Klassiker 2011 ist offenbar sich nach Möglichkeit übertrieben wichtig und viel beschäftigt darzustellen und zu verkünden man habe in diesem Jahr leider, leider keine einzige Stelle mehr frei (Achtung: Wir hatten noch immer Januar). Nicht übermäßig kreativ aber sei’s drum. Sich für eine solche Banalität von Antwort allerdings vier Wochen Zeit zu lassen würde ich dann doch als Unverschämtheit bezeichnen.

Wer jetzt denkt schlimmer geht nimmer, dem sei gesagt: Schlimmer geht IMMER.

Schlimmer wird es aber erst beim nächsten Mal. Ich muss gestehen es ist wieder etwas mehr geworden und das hier sollte man auch erstmal sacken lassen.

Zur Fortsetzung hier entlang bitte: Praktikum!

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4 Gedanken zu “Praktikum?”

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